Ölpreis-Leck und Tsunamischäden bei AUA

9. Mai 2005, 14:03
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Heimische Airline gibt für 2005 Gewinnwarnung aus - Neues Hauptquartier am Flughafen Wien beschlossen

Wien - Für Airlines ist das erste Quartal eines Jahres meistens eine programmierte Verlustperiode, die dann durch die Gewinne in den Hochsaisonmonaten wieder kompensiert werden soll.

Doch die Austrian-Airlines-Gruppe flog in den ersten drei Monaten 2005 so hohe Verluste ein, dass sie das zuvor geplante Jahresergebnis nicht erreichen wird - im Börsensprech: Eine Gewinnwarnung wurde ausgegeben.

"Unsere bisherige Jahresprognose (ein bereinigtes Ebit über den 10,5 Mio. Euro von 2004, Anm.) ist aus heutiger Sicht nicht zu halten". Für das Gesamtjahr sei mit einem negativen Betriebsergebnis zu rechnen.

Aufs Ergebnis schlagen sich laut AUA vor allem die Treibstoffkosten sowie halb leere Flugzeuge auf den Südostasien-Strecken nach der Tsunami-Katastrophe im Dezember.

Treibstoffpreise verdoppelt

Laut einem AUA-Sprecher habe man im Vorjahr für eine Tonne Kerosin noch rund 250 Dollar zu zahlen gehabt, heute betrage der Durchschnitt 500 Dollar. Mit den eingeführten Treibstoffzuschlägen habe die AUA diese Kostensteigerungen "nur zu einem geringen Teil" weitergeben können, heißt es.

Nach einer vorübergehenden leichten Rücknahme des Kerosinzuschlags verrechnet die AUA-Gruppe ab 15. Mai 27 Euro pro Langstreckenticket (bisher 17 Euro auf Lang- bzw. 22 Euro auf Australien-Flügen). Auf der Kurz- und Mittelstrecke beträgt der Zuschlag unverändert sieben Euro pro Ticket.

Es sei damit zu rechnen, "dass die Treibstoffkosten in Zukunft einen deutlich höheren Anteil am Gesamtaufwand von Airlines haben werden", warnte Finanzvorstand Thomas Kleibl.

Bei der AUA macht der Treibstoffaufwand 13,5 (2004: 10,6) Prozent der Gesamtkosten aus. Die AUA hat lediglich drei Prozent ihres Treibstoffbedarfs im ersten Halbjahr am Terminmarkt durch "Hedging" abgesichert.

EBIT bei minus 73,6 Millionen Euro

Zu den Quartalszahlen: In den ersten drei Monaten hat die AUA ein Ebit von minus 73,6 Mio. Euro eingeflogen, nach minus 40,7 Mio. Euro im ersten Quartal 2004. Die AUA will gegensteuern, denn 2006 soll es wieder ein positives Ergebnis geben. Weiterhin stünde "straffes Kostenmanagement" für Austrian (AUA), Austrian arrows (Tyrolean Airways) und Lauda Air auf dem Plan.

Auch die Ausgabe der günstigen "Redtickets" sowie des "Silverticket-Upgrades" für die Business-Class sollen die Auslastung erhöhen. An der Börse verlor die AUA-Aktie am Mittwoch mehr als sieben Prozent.

Neues Hauptquartier am Flughafen

Der Aufsichtsrat der AUA hat indessen beschlossen, das Angebot der Flughafen Wien AG anzunehmen und eine neue Konzernzentrale zu errichten (derzeit ist der Sitz in Wien-Oberlaa).

Anfang nächsten Jahres ist Baubeginn, die Fertigstellung ist für Mitte 2007 vorgesehen, Architekt ist Wilhelm Holzbauer. (APA, szem, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 28.04.2005)

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AUA
  • Hohe Kerosinpreise bedrücken AUA-Chef Vagn Sörensen.
    foto: der standard/matthias cremer

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