Entfernung der Gebärmutter-Schleimhaut

28. April 2004, 07:00
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Eine Gebärmutter erhaltende Alternative zur Behandlung chronisch starker und lang anhaltender Blutungen

Bei vielen Frauen sind nicht die Myome selbst das eigentliche Problem, sondern deren Auswirkungen in Form von sehr starken und langen Blutungen. Insbesondere vor dem Klimakterium kommt es desöfteren zu starken und/oder langwierigen Regelblutungen, die auf Dauer einerseits mühsam und andererseits gesundheitsgefährdend sein können. Einen ersten Heilungsansatz bietet die Naturheilkunde mittels Pflanzen, Homöopathie, TCM und natürlichem Progesteron.

Wenn damit die Blutungen nicht reduziert werden können, besteht noch die relativ unbekannte Methode der Endometriumablation, d.h. die Entfernung der Gebärmutterschleimhaut, als Alternative zur Gebärmutterentfernung (Hysterektomie), die leider noch allzu oft und vorschnell vorgenommen wird. Dabei konnten mit der Ablations-Methode gute Resultate erzielt und gleichzeitig viele Gebärmütter erhalten werden. Außerdem greift sie - im Vergleich zur Hysterektomie - nicht in den Hormonhaushalt ein.

Endometriumablation

Da sich Blutungsstörungen an der Gebärmutter-Schleimhaut abspielen, wird bei diesem Eingriff lediglich die Schleimhautschicht (Endometrium) abgetragen, womit ein neuerliches Wachstum des Endometriums unterbunden wird. Die Erfolgsquote - Verringerung oder gänzliche Beendigung der Blutungen - liegt bei etwa 80 Prozent.

Vordiagnostik und -behandlung

Zuerst wird die Gebärmutter mit einem Hysteroskop betrachtet, das durch die Vagina eingeführt wird. Die Höhle der Gebärmutter wird mit Kohlendioxidgas aufgedehnt, danach die Schleimhautschicht ausgeschabt und untersucht. Eine Ablation wird ausgeschlossen, wenn mehrere Myome, eine innere Endometriose oder Krebs vorliegen.

Etwa zwei bis drei Monate vor der Operation werden Gonatropin Releasing Hormone verabreicht, die zur Schrumpfung der gesamten Gebärmutter und zur Reduktion der Schleimhaut führen. Der Vorteil liegt in einem verringerten Risiko einer Flüssigkeitsüberlastung und einer kürzeren OP-Dauer. Jedoch besteht der gravierende Nachteil einer vorübergehenden Versetzung in die Wechseljahre, was sich in Nebenwirkungen wie Hitzewallungen, trockenen Schleimhäuten und Schlafstörungen nieder schlagen kann.

Methoden der Endometriumablation

Zur Enfernung der Gebärmutterschleimhaut wurden mittlerweile zwei Methoden entwickelt. Bei der Hysteroskopie erfolgt die Abtragung mit einer elektrischen Schlinge oder einem Rollerball unter Vollnarkose. Abgesehen davon ist die Operation, die ambulant oder in Form eines dreitätigen stationären Aufenthaltes vorgenommen wird, wenig belastend und dauert etwa dreißig Minuten. Darauf folgende Wundschmerzen und Erholungsphasen werden als kurz beschrieben.

Die neuere Uterus-Ballon-Therapie dient einem ähnlichen Zweck, ist jedoch einfacher und insgesamt schonender. Hierbei wird ein aufblasbarer Ballon mit einem Katheder in die Gebärmutterhöhle eingeführt. Anschließend wird der Ballon mit steriler Flüssigkeit gefüllt und für wenige Minuten auf 80 Grad erhitzt, wodurch die Gebärmutterschleimhaut verödet wird. Hormongaben vor dem Eingriff sind nicht notwendig und es kann auch aufgrund des Verzichts auf Spülflüssigkeit nicht zu einer Flüssigkeitsüberladung des Organismus kommen.

Die Operation kann unter örtlicher Betäubung ambulant vorgenommen werden und dauert nur etwa zehn bis fünfzehn Minuten. Danach kann es zu - Regelschmerzen vergleichbaren - Krämpfen im Unterleib kommen. Einige Tage nach dem Eingriff geht die verödete Schleimhaut wie Ausfluss ab.

Hinweise

Zu beachten ist, dass die Familienplanung bei der Entscheidung für eine dieser Methoden abgeschlossen sein sollte, da die Entfernung der Gebärmutterschleimhaut nicht mehr rückgängig gemacht werden kann. Schwangerschaften sind - obwohl äußerst unwahrscheinlich - trotzdem möglich und geeignete, nicht hormonelle Verhütungsmittel sind zu empfehlen. (red)

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    Der in die Gebärmutterhöhle eingeführte Ballonkathteter wird durch Auffüllen mit einer Glukoselösung entfaltet und gegen die Gebärmutterwand gepresst. Mittels elektronisch kontrollierter Hitzeeinwirkung kann nun die Gebärmutter-
    schleimhaut innerhalb weniger Minuten zerstört werden.
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