Die Post hält sich für börsenfit, ab April 2006 ist es so weit

9. Mai 2005, 14:17
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Die Post lieferte 2004 das beste Ergebnis der Firmengeschichte ab - Die Expansion nach Bulgarien und Rumänien soll weiter für Erfolg sorgen

Wien - Noch sind nicht alle Hausaufgaben erledigt, dennoch gibt sich die Führungsmannschaft der Österreichischen Post AG betont optimistisch, wenn sie nach den Börsenplänen gefragt wird.

Bei der Bilanzpressekonferenz über das Geschäftsjahr 2004 hieß es denn auch: "Der Zeitpunkt liegt in den Händen der Eigentümer (der ÖIAG, Anm.). Das Frühjahr 2006 ist möglich, aber der früheste Zeitpunkt", so Post-Chef Anton Wais.

Um diesen Plan, nach der Aufgabe der Verschmelzungspläne mit der Deutschen Post, umzusetzen, muss die Restrukturierung, sprich Mitarbeiterabbau und Straffung des Filialnetzes, allerdings weitergehen.

Daran lässt das Post-Management keinen Zweifel. Im Vorjahr wurden erneut rund 1000 Mitarbeiter abgebaut, wie viele es heuer trifft, wird nicht präzisiert. Aktuell beschäftigt die Post 24.269 Vollzeitkräfte.

Endverhandlungen über Postämterschließungen

Derzeit ist man in den Endverhandlungen über die Schließung von 357 Postämtern, für 150 davon sollte es Post-Partner-Lösungen geben, also etwa Nahversorger, die auf lokaler Ebene die Post- Dienstleistungen übernehmen.

Details darüber, wie viele Postämter erhalten bleiben könnten, sollen demnächst kommuniziert werden. Die Post streicht naturgemäß viel lieber heraus, dass im Vorjahr auch neun neue und 33 adaptierte Filialen sowie 18 neue Finanzberatungszentren eröffnet wurden.

Nur schlanker zu werden und das Betriebsergebnis - wie erneut geglückt - kräftig zu steigern, reicht aber als Börsenstory nicht. Daher predigt Wais das Thema Osteuropa- Expansion. Im Fokus stehen dabei die 2007 zur EU kommenden Länder Bulgarien und Rumänien. In der Slowakei, in Slowenien und in Kroatien ist das Logistikunternehmen bereits vertreten.

Ertragsziel übererfüllt

Ihr eigenes Ertragsziel, ein Betriebsergebnis (Ebit) in Relation zum Umsatz von zumindest fünf Prozent, habe die Post bereits im Vorjahr mit 5,4 Prozent übererfüllt. Gesteigert wurde das Ebit von 46,6 auf 86,6 Millionen Euro, der Umsatz legte um vier Prozent auf 1,59 Milliarden Euro zu.

Als eines der Hauptargumente, die für die österreichische Post-Aktie sprechen würden, sieht Post-Chef Wais aber vor allem auch die vergleichsweise hohe Dividende. Für 2004 liefert die Post eine Dividende von 40 Millionen Euro an die Staatsholding ÖIAG, respektive Finanzminister Karl-Heinz Grasser ab.

Eine Beteiligung an der Bawag strebe die Post nicht an, so Wais. "Das wäre zum gegenwärtigen Zeitpunkt etwas weit hergeholt." Einen Zusammenhang zwischen dem Börsengang bzw. der hohen Dividende und der geplanten Schließung der Postämter streitet der Vorstand ab. "Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun." (miba, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 28.04.2005)

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