Noch kein Votum über ElBaradei

3. Mai 2005, 15:02
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Entscheidung auf Juni vertagt - EU will Gespräche mit dem Iran nach Wahl im Juni fortsetzen

Wien - Einziger Tagesordnungspunkt war die Wiederbestellung von Generaldirektor Mohamed ElBaradei: Aber bei der von der G-77-Gruppe einberufenen Sondersitzung des Gouverneursrats der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEO) am Mittwoch wurde dann nicht über ElBaradei, der ein Votum ohne Probleme gewonnen hätte, abgestimmt. Grund ist, dass man hofft und erwartet, dass die USA bis zur nächsten Sitzung im Juni ihren Widerstand gegen ElBaradei aufgeben.

Die Sitzung am Mittwoch war eine einzige Unterstützungsveranstaltung für ElBaradei - und eine Botschaft an die USA, dass man im Juni auf alle Fälle zur Abstimmung schreiten werde. Nicht nur die G-77-Staaten, auch China und Russland gaben jeweils eigene Unterstützungserklärungen ab. Die EU-Länder promoten zwar nicht alle einheitlich ElBaradei, sie gaben aber bekannt, dass sie sich "einem Konsens anschließen" würden, sobald es diesen gebe.

Dass der größte Widersacher ElBaradeis, John Bolton, nun selbst bei seiner Bestellung zum US-Botschafter bei der UNO in Schwierigkeiten ist, ist dabei nicht unbedingt ein Vorteil für den ägyptischen Juristen: Solange Bolton in der Luft hängt, wird sein Nachfolger als Non-Proliferations-Beauftragter im US-Außenministerium, Bob Joseph, der ElBaradei freundlicher gesinnt ist, nicht bestellt. (guha/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 28.4.2005)

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    Mohammed El Baradei, IAEO-Generaldirektor

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