Elektronik im Wagen: Vollautomatisches Auto nicht in Sichtweite

6. Mai 2005, 11:10
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Fahrassistenten mit umfangreichen Funktionen bereits Realität - ÖAMTC veranstaltete Kongress zu "eSafety"

Ein Auto, in dem der Lenker nur noch Passagier ist, scheint derzeit noch nicht in Reichweite, die Bandbreite der elektronischen Helferlein, die beim Fahren heimlich oder merklich unterstützen, ist dafür bereits sehr groß. Dies zeigte sich bei einem vom ÖAMTC veranstalteten Kongress zum Thema "eSafety" im niederösterreichischen Teesdorf am Mittwoch. Dabei kamen Vertreter von Technikzulieferern, Automobilherstellern und Sicherheitsexperten zu Wort.

Wird eine passende gefunden, springt das System an und weist den Lenker darauf hin

Ein in Zukunft wohl besonders begehrtes elektronisches Helferlein stellte Werner Uhler von der Robert Bosch GmbH vor: Mit Hilfe von Sensoren wurde die Entwicklung eines Parkassistenten möglich, der im Vorbeifahren vollautomatisch die Breite von Parklücken misst. Wird eine passende gefunden, springt das System an und weist den Lenker darauf hin. Wer schon immer schlecht beim Paralleleinparken war, hat mit dem System gute Karten, denn der Computer errechnet zusätzlich noch die passenden Lenkpunkte. Folgt man den Instruktionen am Bildschirm, sollte das Fahrzeug in drei Zügen perfekt stehen. Der nächste Schritt ist ebenfalls schon angedacht: Ein beinahe vollautomatischer Parkservice, wo der Lenker "nur mehr Gasgeben und Bremsen muss", so Uhlers Ausblick in die Zukunft.

Realität und bereits in zahlreichen Fahrzeugen eingebaut ist ein System namens ACC (Adoptive Cruise Control): Dabei handelt es sich um die Weiterentwicklung des Tempomaten, der mit Hilfe von Sensoren automatisch Abstand zum Vordermann halten kann. Schert etwa ein Auto vor dem eigenen Kfz ein, reduziert das System automatisch die Geschwindigkeit, ist die Bahn wieder frei, wird vollautomatisch beschleunigt.

Ad-hoc-Netzwerke

Eine mögliche Zukunftsvision wären Ad-hoc-Netzwerke, die sich zwischen zwei Fahrzeugen bilden könnten, sagte Werner Huber, der den Automobilhersteller BMW vertrat. Dabei könnten zwei Autos, die hintereinander fahren, Informationen über die Fahrbahnbeschaffenheit austauschen. Würde das erste beispielsweise eine Öllache durchfahren und ins Schlingern kommen, wäre das zweite unmittelbar danach per Funk gewarnt und Fahrassistenten und Stabilitätskontrollen könnten sich in Sekundenbruchteilen auf das Hindernis einstellen.

Zum Thema intelligente Straße referierte Norbert Deweis, der bei der Asfinag für den Bereich Telematik zuständig ist. Er stellte die neue Verkehrsmanagement- und Informationszentrale der in Wien-Inzersdorf vor. Diese steuert und überwacht Verkehrsbeeinflussungsanlagen und verarbeitet Informationen über die Autobahnen. Dabei fließen Daten über aktuelle Geschwindigkeiten von Fahrzeugen, Verkehrsdichte und Wetterbedingungen ein. Sollte ein Eingriff nötig sein, wird dies über flexible Tempolimits, Überholverbote und Nebelwarnungen erledigt.(APA)

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ÖAMTC

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