"Es herrscht offener Krieg"

9. Mai 2005, 13:22
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Studie: Druck auf Zulieferer Schuld an jedem fünften Mangel - Partnerschaftlicher Umgang zwischen Zulieferern, Herstellern und Händlern würde mehr Gewinn bringen

Frankfurt - Der Druck der Autobauer auf ihre Zulieferer schlägt auch auf die Fahrzeuge durch. Inzwischen seien 18,7 Prozent und damit knapp jeder fünfte Mangel auf die schlechte Zusammenarbeit zurückzuführen, ergab eine am Mittwoch in Frankfurt vorgelegte Studie der Unternehmensberatung Booz Allen Hamilton.

Zwischen Zulieferern, Herstellern und Händlern herrsche "offener Krieg", jeder versuche, alleine einen Weg aus der Krise zu finden.

Toyota als positives Maß aller Dinge

Dabei sei das genau der falsche Weg, betonte Berater Peter Soliman. Denn Hersteller, die einen partnerschaftlichen Umgang mit ihren Zulieferern und Händlern pflegten, seien zwei bis drei Prozent profitabler als jene, die Druck ausübten. Toyota sei hier das positive Maß aller Dinge.

Zuletzt hat es immer wieder Schlagzeilen über fehlerhafte Teile von Zulieferern gegeben. So musste DaimlerChrysler Ende März weltweit 1,3 Millionen Mercedes zurückrufen, um Zulieferteile zu überprüfen und auszutauschen. Die meisten stammten von Mercedes-Hauslieferant Bosch.

Kettenreaktion

Bereits Ende Jänner hatte der weltgrößte Autozulieferer mit einer Lieferung fehlerhafter Dieselpumpen die Produktion bei BMW und Mercedes lahmgelegt. Dabei stammten die fehlerhaften Einzelteile wiederum von einem Vorlieferanten von Bosch.

Das Kraftfahrtbundesamt hatte Ende Jänner eine sprunghaft gestiegene Zahl von Rückrufaktionen gemeldet. Demnach wurden 2004 mit insgesamt 137 Rückrufen 40 Prozent mehr Fahrzeuge in die Werkstätten beordert als im Vorjahr.

In 70 Fällen war die Mechanik schuld, etwa Lenkradschlösser, die während der Fahrt einrasteten oder fehlerhafte Befestigungen von Sicherheitsgurten. (APA)

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    Ähnlich wie bei der Endmontage am Fließband, sollte auch die Zasammenarbeit der beteiligten Firmen funktionieren.

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