"Black Box" für Windows kommt

24. Mai 2005, 08:31
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Microsoft kündigt Datenspeicher an - bekannt aus der Fliegerei - auch für den PC an

Ein kommendes Thema für die Datenschützer und Bürgerrechtsaktivisten hat der Softwarekonzern Microsoft im Rahmen seiner Messe WinHEC vorgegeben. Der Konzern will in Zukunft eine Art "Black Box" - also einen aus der Luftfahrt bekannten Datenspeicher - in sein Betriebssystem Windows einbauen. So sollen sich Systemabstürze und Probleme leichter ausfindig machen lassen und besser analysiert werden.

"Watson"

Das Tool soll in das bereits existierende Fehlermeldungstoll "Watson" integriert werden. Allerdings wird es wesentlich mehr Informationen sammeln - so etwa welche Programme zum Zeitpunkt des Absturzes liefen oder auch welche Art von Dokumenten in eben diesem Zeitraum erstellt wurde. Unternehmen sollen zudem festlegen können ob ihre Systemadministratoren diese Informationen erhalten sollen, wenn MitarbeiterInnen-PCs ins Reich der Blue Screen abgleiten.

"Eine Black Box"

Im Rahmen seiner Eröffnungsrede zur WinHEC meinte Bill Gates zu der geplanten Innovation "Denken sie dabei an einen Flugschreiber, der - wenn es ein Problem gibt - bei der Diagnose und dem Service hilft". Es soll aber den AnwenderInnen sehr wohl freigestellt bleiben, ob und welche Daten gesendet werden. Noch sind nicht alle Details fertig, aber der führende Windows Produktmanager Greg Sullivan meinte, dass UserInnen die Möglichkeit gegeben wird, die Informationen zu ändern - so etwa den Text des Mails, der zum Zeitpunkt des Absturzes geschrieben wurde zu entfernen.

Kritik

Erste Kritik kam kurz nach der Ankündigung durch Gates und Sullivan. In Firmen, in denen die IT-Abteilung für die Wartung zuständig ist und diese entscheidet was kontrolliert wird, könnten die Mitarbeiter überwacht werden. So würde nicht nur erkannt, dass der Internet Explorer lief, sondern auch welche Seite die MitarbeiterInnen zu diesem Zeitpunkt besuchten. Auch die Dialoge über Instant Messenger oder der Inhalt von Mails könnte so einfach ausspioniert werden. Auch hätten viele AnwenderInnen gar keine Ahnung welch brisante Inhalte sie weiterleiten würden. Selbst wenn der Inhalt von Mails oder Chats wieder gelöscht werden könnte, würden doch andere Settings übrig bleiben, die von den unbedarften UserInnen nicht gelöscht werden würden.

Hilfe

Microsoft erwartet sich - laut einem Bericht von CNet - zwei Dinge: Zum einen könnten gemeldete Fehler und Probleme dazu genutzt werden, schnell einen Patch zu entwickeln. Zum anderen denkt der Konzern auch darüber nach, im Falle von Problemen individuelle Lösungsmöglichkeiten an die AnwenderInnen zu versenden, die ihr Problem gemeldet haben. Wann und ob so ein Dienst wirklich starten wird, steht derzeit noch in den Sternen - vor allem wäre dies wohl mit einem sehr hohen administrativem Aufwand verbunden.(grex)

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