Erneut Proteste in der Hauptstadt

24. Mai 2005, 12:04
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Demonstranten stürmen Parlamentsgebäude in Bischkek - Hunderte protestieren gegen neue Führung

Bischkek - Auch nach dem Rücktritt des kirgisischen Staatschefs Askar Akajew dauern die Unruhen in dem zentralasiatischen Land an. Demonstranten stürmten am Mittwoch das Parlamentsgebäude in der Hauptstadt Bischkek, wie ein AFP-Reporter vor Ort berichtete. Vor dem Gebäude versammelten sich etwa 200 Demonstranten; es kam zu Rangeleien mit der Polizei.

Anerkennung der Wahl gefordert

Bei den Demonstranten handelte es sich überwiegend um Anhänger von vier Kandidaten der Parlamentswahl, deren Wahlsiege das Oberste Gericht für ungültig erklärt hatte. Die Anführerin der Demonstranten, Sinet Abdijewa, forderte die Anerkennung des Mandats von Toktusun Madjarow, einem Kandidaten aus der zentral gelegenen Region Toktogul. Sie forderte die Abgeordneten auf, in der Angelegenheit zu handeln.

Auch vor dem Gebäude des nationalen Sicherheitsdienstes in Bischkek gab es Proteste. Etwa hundert Menschen forderten die Freilassung zweier Männer, die in der vergangenen Woche festgenommen wurden und nach Angaben von Behördenvertretern und Demonstranten unter dem Verdacht stehen, Verbindungen zu einer islamistischen Gruppe zu haben und im Besitz von Waffen zu sein. Am Dienstagabend hatte die Polizei nach Angaben des Innenministeriums vier Männer festgenommen, die acht Handgranaten transportierten.

Akajew geflüchtet

Die Krise in Kirgisien dauert seit der Parlamentswahl vom Februar und März an. Nach Ansicht der Opposition waren die Ergebnisse der Wahl gefälscht, bei der die Anhänger Akajews den Sieg davongetragen hatten. Am 24. März stürmten Demonstranten den Amtssitz Akajews in Bischkek und zwangen ihn zur Flucht ins Exil nach Russland. Die Opposition übernahm die Regierungsgeschäfte; Übergangspräsident Kurmanbek Bakijew kündigte für den 10. Juli eine freie und faire Präsidentschaftswahl an. (APA/AFP)

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