Normen leichter online managen

6. Mai 2005, 11:22
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Österreichisches Normungsinstitut bietet ab Juni "On Demand"-Service

Bisher war das Management und Aktualisieren von Normen für Unternehmen eine recht umfangreiche Tätigkeit: Mehrere Hundert, ja sogar ein paar Tausend Normen können ein Unternehmen betreffen. "Große Produktionsbetriebe wie etwa Maschinenbauer oder ein Consultingunternehmen sind von vielen Normen betroffen", erklärt Andreas Hermann, Leiter des Bereichs Supply Chain Units des Österreichischen Normungsinstituts (ON).

Erleichterung

Ab Juni soll es für solche Unternehmen Erleichterung geben: Das Institut, das bisher seine Normvorschriften in Papierform, auf CD-ROM oder als Download von seiner Homepage verkaufte, wird ab dann die Normen mit einem neuen Onlinedienst anbieten: Konkret kann dem Kunden auf dem ON-Server Rechnerplatz zur Verfügung gestellt werden, wo das Unternehmen dann seine Norm-Dokumente als PDF-Datei hinterlegt hat. Und zwar sowohl solche, die er bereits erworben hat oder die er künftig kaufen wird. Auch kann er sich dort eine so genannte "Normenliste" von jenen Dokumenten anlegen, von denen er nur wissen muss, wenn es eine Neuerung gibt.

Stets up to date

Die PDF-Datei als solche ist geschützt und nicht veränderbar. "Ersetzt wird sie nur, wenn es eine neue gibt", erklärt ON-Marketingleiterin Iris Kunrath. Darin liegt auch der Charme für die Unternehmen: Sie müssen sich nicht mehr darum kümmern, wenn eine alte Norm durch eine neue ersetzt wird. Der Firmen-Webspace wird sozusagen vom Normungsinstitut gewartet. Eventuelle Nachfolgedokumente werden automatisch dazugeführt, sodass die Firma immer auf dem letzten Stand ist.

Insbesondere für Firmen, die nach ISO9001 zertifiziert sind, wird so das Arbeiten erleichtert werden. Kunrath: "Die müssen ja regelmäßig nachweisen, dass sie immer auf dem letzten Stand sind."

Geringere Kosten

Die Preise für das Service? "Je nachdem, wie individuell der Kunde sein Normenpaket gestaltet haben muss", sagt Hermann. Jedenfalls liege er unter den Gebühren für CD-ROM oder Papier, "weil wir uns das Drucken und Brennen ersparen".

Die Normungsspezialisten erwarten, dass insbesondere Firmen mit großem Aktionsradius - beispielsweise Baufirmen - auf die "On demand"-Variante umsteigen werden. Diese "Superuser" des Normungsinstituts können nämlich jeden Mitarbeiter mit einem eigenen Passwort ausstatten und ihm die Zugangsrechte für genau jene Normen erlauben, die er für seine Arbeit benötigt.

10.000 aktive Kunden

Derzeit habe das Normungsinstitut rund 10.000 aktive Kunden im Jahr, die bereits jetzt zu 60 Prozent ihren Einkauf elektronisch über die Webseite des Instituts tätigen. Die Lieferung erfolgt dann aber oft noch auf Papier oder CD-ROM. Allerdings gebe es schon bisher einen starken Trend zum Download der Dokumente, beobachtet Hermann.(Johanna Ruzicka/DER STANDARD, Printausgabe vom 27.4.2005)

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