Florida: "Lizenz zum Töten" bei Bedrohung

1. Mai 2005, 18:48
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Schusswaffen-Gebrauch wird bei Selbstverteidigung künftig auch auf öffentlichen Plätzen erlaubt - Kritiker fürcheten "wilden Westen"

Washington/Tallahassee - Ein neues Gesetz in Florida sorgt für Diskussionen: Der republikanische Gouverneur des Bundesstaats, Jeb Bush, hat am Dienstag die Gesetzesvorlage unterzeichnet mit der auch tödlicher Waffengebrauch legitimiert wird, wenn er dem Schutz vor einem tatsächlichen oder vermeintlichen Angriff dient. Künftig ist nun in Florida auch auf öffentlichen Plätzen der Einsatz von Waffen erlaubt, wenn der Schütze sein Leben bedroht sieht. Bisher war der tödlicher Waffengebrauch nur in einer lebensbedrohlichen Situation, im eigenen Wohnbereich erlaubt, zum Beispiel um Einbrecher abzuwehren.

Während Befürworter des Gesetzes wie die US-Waffenlobby (National Rifle Association - NRA) vom Recht auf Selbstverteidigung sprechen fürchten die Kritiker, dass dadurch die Straßen von Florida zum "Wilden Westen" werden.

Eskalation im Alltag befürchtet

Kritikern geht diese Ermächtigung zu weit. Sie fürchten die blutige Eskalation von Konflikten und Alltagssituationen und sehen darin eine "Lizenz zum Töten". Wenn jemand in die Tasche greife und sich sein Gegenüber bedroht fühle, weil er glaube dass der andere möglicherweise eine Waffe ziehe, könne er künftig sein Gegenüber erschießen ohne bestraft zu werden. "Durch dieses Gesetz werden nur noch mehr Waffen verkauft werden", warnte der demokratische Abgeordnete Irv Slosberg. Das Gesetz soll im Oktober in Kraft treten.(APA)

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