Eurotunnel mit 810 Millionen Euro Verlust

9. Mai 2005, 13:38
2 Postings

"Preiskrieg" mit Kanalfähren und Billigfliegern belastet - Schuldenberg auf neun Milliarden Euro gestiegen - Hoffen auf Gläubiger

Paris - Angesichts eines "Preiskriegs" mit Kanalfähren und Billigfliegern und einer erdrückenden Schuldenlast kommt Eurotunnel nicht aus den roten Zahlen heraus. Der Fehlbetrag sei 2004 zwar von 1,89 Mrd. auf 810 Mio. Euro gesunken, teilte der Betreiber des Tunnels unter dem Ärmelkanal am Dienstag mit. Allerdings sei der Fehlbetrag vor Sonderabschreibungen von 44 auf 250 Mio. Euro gestiegen.

Der Umsatz ging auf vergleichbarer Basis von 821 auf 789 Mio. Euro zurück. Der harte Wettbewerb habe auf die Preise für Lkw-Transporte gedrückt, hieß es. Präsident Jacques Gounon erklärte, er sei entschlossen, die Finanzlast auf ein Maß zu senken, das das Überleben der Firma sichere. Eine Vorvereinbarung mit Gläubigern eröffne den Weg zu Kreditverhandlungen. Ohne eine Umschuldung wäre Eurotunnel 2007 pleite.

Kreditkosten von 438 Millionen Euro

Eurotunnel schafft es nicht, die ohne Staatshilfe finanzierten Baukosten aus dem Betrieb zu refinanzieren, und erstickt unter neun Mrd. Euro Schulden. Alleine 2004 fielen 438 Mio. Euro Kreditkosten an. Dem nach der "Aktionärsrevolte" vom April 2004 eingesetzten Management gelang es nicht, mit Preisnachlässen und Kostensenkungen die Wende zu schaffen. Die britische Premierministerin Margaret Thatcher hatte 1986 durchgesetzt, dass das Jahrhundertprojekt ausschließlich privat finanziert wird. (APA/dpa)

Share if you care.