Mayr-Melnhof will mit Zukäufen weiter auf Rekordkurs bleiben

9. Mai 2005, 13:28
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Der Karton- und Faltschachtelspezialist hat einen größeren Unternehmenskauf im Auge. Die erforderlichen Mittel könnten aus eigener Kraft - ohne Kapitalerhöhung - finanziert werden

Wien - Der Karton- und Faltschachtelspezialist Mayr-Melnhof hat die Weichen weiter auf Expansion gestellt. Weil die Konsumnachfrage in weiten Teilen Europas, dem Kernmarkt der Gruppe, weiter flau ist und eine Besserung sich kurzfristig nicht abzeichnet, setzt man verstärkt auf Akquisitionen. Damit soll das Wachstumstempo der vergangenen Jahre beibehalten und auch heuer ein Rekordergebnis bei Umsatz und Ertrag erzielt werden.

Produktivität weiter gestiegen

Für 2004 hat das Unternehmen, Eigenangaben zufolge weltgrößter Hersteller von Karton und mit einem Anteil von 30 Prozent Marktführer in Europa, das dritte Jahr in Folge Rekordzahlen geschrieben. Der Umsatz kletterte um 7,7 Prozent auf 1,42 Mrd. Euro; das operative Ergebnis verbesserte sich überproportional um 9,3 Prozent auf 148,8 Mio. Euro. Als Gründe nannte Mayr-Melnhof-Chef Wilhelm Hörmanseder bei der Bilanzpräsentation am Dienstag die weiter gestiegene Produktivität und die hohe Auslastung der Werke. Die Aktionäre erhalten zusätzlich zur Grunddividende von 2,40 (Jahr davor: 2,20) Euro einen Jubiläumsbonus von 1,50 Euro je Aktie - in Summe also 3,90 Euro je Anteilschein. Grund ist das Zehnjahresjubiläum des Mayr-Melnhof-Börsenganges in Wien.

Zuwächse konnte die Gruppe sowohl im Kartonbereich als auch in der Faltschachteldivision erzielen. Rund die Hälfte des Umsatzzuwachses im Vorjahr entfiel auf die vier neuen Unternehmen, die im Vorjahr integriert worden sind. Heuer könnte eine größere Akquisition im Volumen von 200 bis 400 Mio. Euro folgen. "Es gibt eine heiße Shortlist", sagte Hörmanseder.

Großakquisition in Westeuropa

Eine Großakquisition mache vor allem in Westeuropa Sinn. Hörmanseder: "Da müssen die Kosten pro Einheit hinunter." In Osteuropa, wo das Unternehmen derzeit knapp 20 Prozent des Konzernumsatzes und auch bessere Ergebnisse als in Westeuropa erzielt, seien auch kleinere, dafür flexiblere Unternehmen interessant.

200 bis 400 Mio. Euro könne Mayr-Melnhof aus eigener Kraft aufstellen, Kapitalerhöhung sei dafür keine notwendig. Die Nettoliquidität des Unternehmens, das rund 7500 Mitarbeiter beschäftigt, beträgt nach Angaben von Finanzvorstand Herbert Noichl derzeit rund 120 Mio. Euro.

Interesse bestehe auch an einem stärkeren Engagement in China, man wolle aber nichts überstürzen. (stro, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 27.4.2005)

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    Hat die Weichen auf Expansion gestellt: der Vorstandsvorsitzende von Mayr-Melnhof, Wilhelm Hörmanseder.

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