Miklautsch will die Gefängnisse entlasten
Wien – Die elektronische Fußfessel
wird ein reguläres Strafmittel,
darüber war sich die
Regierungskoalition schon einig,
als die Justizministerin
noch zur FPÖ gehörte. Seit
Dienstag steht für Karin Miklautsch
fest: Der Probebetrieb
funktioniert, ein Erlass kommt
noch vor dem Sommer.
Es soll mehr vorzeitige Entlassungen
aus der Haft geben,
das bezweckt das Justizministerium
– und will so die mit etwa
1000 Personen überfüllten
Gefängnisse etwas entlasten.
Die Richter zeigten sich
„grundsätzlich sehr aufgeschlossen“,
wie Klaus Schröder,
Vorsitzender der Gewerkschaft
der Richter und Staatsanwälte,
vor wenigen Wochen
im Standard-Gespräch darlegte.
Die Bewährungshelfer
sind weniger begeistert: Nach
einer bedingten Entlassung
genüge die bisherige Betreuung
vollauf, die Fußfessel
könnte nur als Ersatz zur Strafe
in der Zelle Sinn machen.
Freiheit mit Schranken
Die Träger der Fußfessel
können sich eingeschränkt
frei bewegen. Die Fessel sendet
ein Signal aus, über ein
Handy ist dieses von der Überwachungsstelle
abrufbar. Die
Überwachungseinrichtung
soll nicht die Justiz selbst sein,
diese Arbeit soll Ankündigungen
nach an Private vergeben
werden. Als Bieter sicher zu
erwarten ist der Österreichische
Wachdienst, in dem
Staatssekretär Eduard Mainoni
(BZÖ) früher in der Geschäftsleitung
aktiv war. (red, DER STANDARD Printausgabe, 27.04.2005)