Swisscom-Präsident hält Telekom Austria-Übernahme weiter für sinnvoll

2. Mai 2005, 10:19
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Verwaltungsratspräsident Rauh "überzeugt, dass Zusammengehen langfristig für beide Unternehmen vorteilhaft wäre"

Der Verwaltungsratspräsident des Telekom-Konzerns Swisscom, Markus Rauh, hat bei der Generalversammlung am Dienstag erneut Vorteile in einem Zusammenschluss mit der Telekom Austria (TA) ausgemacht, hält eine Übernahme der österreichischen Gesellschaft derzeit aber nicht für möglich.

Überzeugt

"Ich bin überzeugt, dass ein Zusammengehen langfristig für beide Unternehmen vorteilhaft wäre, auch im Vorfeld einer möglichen neuen Konsolidierungswelle im europäischen Telekommunikationsmarkt", sagte Rauh laut Redetext.

Die von Swisscom versuchte Übernahme der Telekom Austria war im Sommer 2004 - in letzter Minute - an politischen Widerständen in Österreich gescheitert. "An dieser Situation dürfte sich in den nächsten Monaten kaum etwas ändern", sagte Rauh.

Trotz des gescheiterten Übernahmeversuchs hatten die Schweizer in jüngster Zukunft neuerlich ihr Interesse an der TA bekundet. Der österreichische Finanzminister Karl-Heinz Grasser hat einem Einstieg der Swisscom bei der TA allerdings erst kürzlich eine deutliche Absage erteilt. Swisscom-Chef Jens Alder habe in der Vergangenheit schon "viel gesagt, aber wenig gehalten. Dieses Thema ist daher abgeschlossen", so Grasser: "Ein Partner, der Versprechen nicht hält, ist kein Partner mehr."

25,2 Prozen

Die Staatsholding ÖIAG hält derzeit noch 25,2 Prozent (exklusive 5-prozentiger Wandelanleihe) an der TA. Der geltende Privatisierungsauftrag sieht einen Verkauf der Telekom Austria von "bis zu" 100 Prozent bis zum Ende dieser Legislaturperiode vor.

Zum vor kurzem ebenfalls gescheiterten Übernahmeversuch von Cesky Telecom durch Swisscom erklärte Rauh, dass ein höherer Preis für Swisscom nicht in Frage gekommen wäre: "Wir haben uns beim Preis eine klare Grenze gesetzt in der Überzeugung, dass ein Überschreiten der von uns gesetzten Preisspanne einer Wertvernichtung gleich käme." Swisscom war bei Cesky Anfang April von der spanischen Telefonica überboten worden.(APA)

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