Unaxis-HV: Abfuhr für Kovats

9. Mai 2005, 13:42
posten

Aktionäre stimmten im Sinne des Aufsichtsrats - Victory ging leer aus, mit Anträgen abgeblitzt - Sonder-HV soll heutige Beschlüsse rückgängig machen

Luzern - Die erste Runde im Poker um den angeschlagenen Schweizer Technologiekonzern Unaxis haben die beiden österreichischen Industriellen Mirko Kovats und Ronny Pecik verloren. Wie erwartet ist ihre Beteiligungsgesellschaft Victory in der heutigen Unaxis-Hauptversammlung mit ihren Anträgen abgeblitzt. Die Aktionäre stimmten am Dienstag in Luzern im Sinne des Aufsichtsrats. Victory will nun eine außerordentliche Aktionärsversammlung einberufen, um die heutigen Beschlüsse rückgängig zu machen.

Neu in den Unaxis-Aufsichtsrat wurde Saurer-Chef Heinrich Fischer mit über 60 Prozent der Stimmen gewählt. DaimlerChrysler-Vorstand Andreas Renschler habe seine Kandidatur nach der jüngsten Entwicklung um Unaxis zurückgezogen, sagte der designierte Aufsichtsratschef Markus Rauh. Victory wollte vier andere Personen in das Kontrollgremium bringen, darunter auch Kovats. In der Hauptversammlung zog Victory dann die Kandidaturen im Hinblick auf die gewünschte Sonder-HV zurück. Der bisherige Aufsichtsratspräsident Willy Kissling und Pius Baschera stellten sich nicht zur Wiederwahl.

Aktionäre für Nennwertrückzahlung

Mit rund zwei Dritteln der Stimmen sprachen sich die Aktionäre für die von Victory bestrittene Nennwertrückzahlung aus. Die Unaxis-Aktionäre erhalten so 14 Franken (9,07 Euro) pro Aktie. Victory stellte sich gegen den Antrag mit der Begründung, es handle sich um einen Substanzentzug und schwäche das Unternehmen.

Auch eine Änderung der Konzernstatuten, die neu ein Übernahmeangebot an alle Aktionäre vorsieht, wenn ein Aktionär mehr als ein Drittel der Aktien besitzt, wurde mit großer Mehrheit angenommen.

Die Mitglieder des Aufsichtsrats wurden in der heutigen HV mit zwei Drittel Ja-Stimmen entlastet. Die Entlastung erfolgte für den gesamten Aufsichtsrat generell, ein Antrag auf Einzelentlastung seitens der Victory-Vertreter wurde zuvor abgelehnt.

IHAG, die Stiftung der Unaxis-Gründerfamilie Anda-Bührle, hatte zuvor ihre Unterstützung der Anträge des Aufsichtsrats bekannt gegeben. IHAG hält rund 21 Prozent der Stimmen.

Außerordentliche HV verlangt

Victory ist nach weiteren Zukäufen derzeit mit 34,04 Prozent an Unaxis beteiligt. Sie konnte in der Hauptversammlung aber nur mit 16,4 Prozent stimmen, da sie zum Anmeldeschluss für die HV nur so viele stimmberechtigte Aktien aufweisen konnte.

Weil die stimmberechtigen Aktien nicht mit dem aktuellen Besitz übereinstimmen, forderte Victory heute die Einberufung einer außerordentlichen HV. Ziel sei, die heutigen Beschlüsse wieder rückgängig zu machen. (APA/sda)

Share if you care.