Cholesterin als Risikofaktor für altersbedingte Krankheiten

3. Mai 2005, 15:35
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Eiweiß-Verklumpungen enthalten auch Fette und insbesondere Cholesterin

Jena - Wissenschaftler vom Leibniz-Institut für Molekulare Biotechnologie (IMB) haben festgestellt, dass Cholesterin auch einen Einfluss auf die Bildung von so genannten "Amyloid-Ablagerungen" ausübt. Diese Ablagerungen, die bei Erkrankungen wie Alzheimer- und Creutzfeldt-Jakob-Krankheit oder Typ II Diabetes auftreten, bestehen nicht nur aus Eiweiß-Verklumpungen, sondern enthalten auch Fette und Cholesterin. Damit erhöht sich das Einsatzgebiet für cholesterinsenkende Medikamente, berichten die Forscher in der jüngsten Ausgabe des Wissenschaftsmagazins Proceedings of the Natural Academy of Sciences.

Der fettähnliche körpereigene Stoff Cholesterin gilt seit langem als Risikofaktor für Arterienverkalkung und andere Herz-Kreislauferkrankungen. Aus früheren Studien war bereits bekannt, dass Amyloid-Ablagerungen im Wesentlichen aus Eiweißen bestehen. Diese Eiweiße sind zwar ursprünglich körpereigene Stoffe, doch nehmen sie in den Amyloid-Ablagerungen eine abnormale, faserartige Gestalt an. Diese Ablagerungen kann man in der Aortenwand jedes Menschen ab dem sechsten Lebensjahrzehnt nachweisen. Sie können zu einer langsamen Zersetzung der Blutgefäßwand führen.

Entdeckung

Die Forscher um Marcus Fändrich und Gerald Gellermann haben nun entdeckt, dass Amyloid-Ablagerungen nicht nur aus den bisher bekannten Eiweiß-Verklumpungen bestehen, sondern auch Fette und insbesondere Cholesterin enthalten. Dieser Befund bestätigte sich unabhängig davon, unter welcher Art von Amyloid-Erkrankung der betroffene Patient litt, oder dem Gewebe, in welchem die Amyloid-Ablagerungen gefunden wurden, berichtet die Leibniz-Gesellschaft. Offensichtlich handelt es sich bei Cholesterin um eine allgemeine Komponente der Amyloid-Ablagerungen. Aufgrund der Untersuchungen glauben die Forscher nun, dass es einen für verschiedene Krankheiten gemeinsamen zellulären Bildungsmechanismus dieser Ablagerungen gibt.

Die Erkenntnisse werfen außerdem die Frage auf, ob das Risiko von Amyloid-Erkrankungen individuell und ernährungsbedingt beeinflussbar ist, etwa durch eine cholesterinarme Diät. (pte)

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