Softwareriese zieht Unterstützung für Homosexuellenrechte zurück

3. Mai 2005, 10:21
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Druck von konservativen Kreisen offenbar erfolgreich - Steve Ballmer (Bild) versucht Klärung in Stellungnahme

Für einige Aufregung sorgte in den letzten Tagen ein Last-Minute-Rückzieher von Microsoft in gesellschaftspolitischen Fragen. Nur knapp vor einer Abstimmung über ein Antidiskrimierungsgesetz für Homosexuelle im US-Bundesstaat Washington hat der Konzern seine Unterstützung für die Gesetzesvorlage zurückgezogen, der Vorschlag wurde mit einer einer Stimme Unterschied abgelehnt.

Reaktion

Die Vorgehensweise der Redmonder sorgte in Folge für zahlreiche verärgerte Reaktionen, darunter auch von Microsoft-MitarbeiterInnen. Viel wurde über die Beweggründe für den Kurswechsel spekuliert, so soll es Druck von konservativen Kirchenkreisen sowie einem lokalen Minister, der mit einer Boykott-Kampagne für Microsoft-Produkte gedroht haben soll, gegeben haben.

Aussagen

In einem nun verfassten Statement an die eigenen MitarbeiterInnen scheint Firmen-Chef Steve Ballmer dies indirekt bestätigen. Zwar stünden er und Bill Gates voll hinter der Gesetzesinitiative, allerdings würden dem zahlreiche Angestellte und AnteilseignerInnen nicht zustimmen, insofern sei es fraglich, ob sich ein Unternehmen in soziale Debatten einmischen sollte oder könne.

Background

Der offizielle Rückzieher von Microsoft sorgte wohl auch deswegen für Aufregung, da sich die Firma bisher immer für Homosexuellenrechte ausgesprochen und entsprechend gehandelt hat. So genießen firmenintern homosexuelle Pärchen die gleichen Vorteile wie heterosexuelle PartnerInnen. (red)

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