BAR-Honda unter Betrugsverdacht

3. Mai 2005, 15:00
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Am Auto von Button soll sich laut Medien­bericht ein Zusatztank befunden haben - BAR-Teamchef: "Haben nichts zu verbergen"

Frankfurt - Das britische Formel-1-Team BAR-Honda soll einem Medienbericht zufolge unter Betrugsverdacht stehen. Wie die Fachzeitung "Auto, Motor und Sport" in ihrer Online-Ausgabe berichtete, soll sich am Rennwagen von Jenson Button bei seinem dritten Platz in Imola am vergangenen Sonntag ein Zusatztank befunden haben. Der Zusatztank soll nicht in den Zeichnungen angeführt worden sein, die der Automobil-Weltverband FIA vor Saisonbeginn bekommt. Sollte sich dieser ausgefeilte Betrug bestätigen, droht dem Team eine eine drakonische Strafe.

FIA-Präsident Max Mosley machte bereits klar, dass für BAR-Honda bei einer Überführung die Saison vorbei wäre. "Wenn jemand beim eindeutigen und absichtlichen Betrug erwischt wird, wird er von der WM ausgeschlossen - egal, wer es ist", kündigte der 65-Jährige an. Für die Weltfirma Honda wäre der Nachweis der Trickserei zusätzlich auch eine PR-Katastrophe.

"BAR hat nichts zu verbergen", lautete der Kommentar von Teamchef Nick Frey zu den Vorwürfen. "Das Team ist in Besitz von zwei großen internationalen Unternehmen mit hoher Integrität. Wir haben nichts versteckt", sagte er gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters.

Nach dem Rennen hatte das Auto Buttons das geforderte Mindestgewicht von 600 kg beim zweiten Wiegen unterschritten. Die Berufungsinstanz der FIA wird sich am 4. Mai in Paris mit dem Fall beschäftigen, nachdem die Rennkommissare Buttons ersten Podestplatz in dieser Saison am späten Sonntagabend bestätigt hatten.

Mit einem Zusatztank könnte ein Team eine Rennstrategie mit einem späteren ersten Tankstopp realisieren. Zudem könnte das Auto über weite Strecken des Rennens und im zweiten Qualifying untergewichtig fahren. Das schont die Reifen und erlaubt schnellere Rundenzeiten.

Misstrauischer Whiting

FIA-Chefkommissar Charlie Whiting soll durch die schnellen Rundenzeiten im Training und das lange Ausharren der beiden BAR-Hondas auf der Strecke bis zum ersten Tankstopp misstrauisch geworden sein. Beim anschließenden ersten Wiegen erreichte Buttons Auto nach Angaben des britischen Senders BBC inklusive des Piloten zulässige 606,1 kg. Komplett leer gepumpt brachte der Renner nur noch 594,6 kg auf die Waage.

Das Team habe an Hand von Daten aber den Stewards versichern können, dass Buttons Auto während des Grand Prix immer über dem Mindestgewicht gelegen habe, hieß es in einer Mitteilung des Rennstalls. Teamchef Nick Fry zeigte sich daher vor der FIA-Verhandlung optimistisch: "BAR-Honda wird der FIA die gleichen Daten vorlegen wie den Rennkommissaren, und wir sind zuversichtlich, dass wir einmal mehr beweisen können, dass unser Auto in allen Punkten den Regeln entspricht."

Sollte Button aus der Wertung genommen werden, würde der Österreicher Alexander Wurz (McLaren-Mercedes) auf Platz drei vorrücken. (APA/dpa/Reuters)

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