USA planen härtere Gangart gegen Chavez

24. Mai 2005, 11:32
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Unterstützung von Oppositionsgruppen in Venezuela vorgesehen

Washington - Nach der Aufkündigung der militärischen Zusammenarbeit durch Venezuela wird in Washington eine härtere Gangart gegen den venezolanischen Präsidenten Hugo Chavez erwogen. Die "New York Times" berichtete am Dienstag unter Berufung auf einen Kongressabgeordneten, in der US-Regierung mache sich die Überzeugung breit, dass eine vernünftige Beziehung nicht möglich sei.

"Wir haben ihm ein stärker pragmatisch ausgerichtetes Verhältnis angeboten", sagte der republikanische Abgeordnete, der für Lateinamerika-Fragen zuständig ist. "Aber wenn sie das nicht wollen, dann können wir auch auf Konfrontationskurs gehen."

Unterstützung von Oppositionsgruppen

Dem Bericht zufolge hat eine Task Force in Washington bereits Strategien für eine härtere Gangart gegen Caracas ausgearbeitet. Dazu zählten die Unterstützung von Oppositionsgruppen in Venezuela sowie von Nachbarstaaten, die sich von Chavez distanzieren und ihn somit isolieren könnten. Der venezolanische Präsident will im kommenden Jahr erneut zur Wahl antreten.

Die Beziehungen zwischen den USA und Venezuela sind seit Chavez' Amtsantritt 1999 angespannt. Der venezolanische Präsident wirft Washington vor, Mordpläne gegen ihn zu hegen und im Jahr 2002 den Putsch gegen ihn unterstützt zu haben, bei dem er für 48 Stunden von der Staatsspitze vertrieben wurde. Am Sonntag erklärte Chavez die militärische Zusammenarbeit mit den USA nach 35 Jahren für beendet. Ein Teil der US-Militärausbilder habe innerhalb der venezolanischen Armee eine "kleine Kampagne" gegen Venezuela gestartet, erklärte er.

Venezuela exportiert täglich 1,5 Millionen Barrel Erdöl in die Vereinigten Staaten. Washington wirft Chavez unter anderem seine Nähe zum kommunistisch regierten Kuba vor. Dorthin wollte der venezolanische Präsident am Mittwoch reisen. (APA/AFP)

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