Kritik an Qualifikations-Modus mehrt sich

3. Mai 2005, 15:00
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Teamchefs und TV-Anstalten murren gegen neues Qualifikationssystem, Stoddart: "Tote Ente!" - Montezemolo kritisiert Preispolitik

Wien - Die Formel 1 hat dank der Husarenfahrt von Michael Schumacher bei der "Heimkehr" nach Europa prompt das bisher spannendste Saisonrennen abgeliefert. Trotzdem waren in Imola die Probleme dieses gigantischen, aber überregulierten und sündteuren Motorsport-Zirkusses unübersehbar.

Das erst nach sechs Stunden für offiziell erklärte und trotzdem noch immer nicht "amtliche" Ergebnis war nur eine Seite. Überzogene Preispolitik (nur 65.000 Zuschauer) und die neue, zweigeteilte Qualifikation für die Startaufstellung werden aber schön langsam zu Dauerthemen.

Als "Tote Ente" bezeichnete Minardi-Teamchef Paul Stoddart nach einem Meeting der Teambosse in Imola vor allem die Sonntags-Qualifikation unmittelbar vor dem Rennen. Auch die TV-Anstalten murren bereits. Die erste Quali am Samstag ist praktisch ohne Wert, jene am Sonntagvormittag geht völlig unter und wird nur von einer Minderheit gesehen.

Der Kritik schloss sich auch Fiat-Präsident Luca di Montezemolo an. "Man hat dieses neue Format eingeführt um die Ferrari-Dominanz zu brechen. Jetzt ist es aber noch schlechter als vorher. In den Sonntag-Zeitungen keine Startaufstellung zu finden, ist einfach lächerlich", sagte Montezemolo und kritisierte einmal mehr auch die Preispolitik. "Für die Hälfte des Geldes, für das man an einem Formel-1-Wochenende am Samstag gerade mal ein Auto fahren sieht, kann mein Sohn mit einer Freundin in die Karibik fliegen."

Montezemolo ist für die Rückkehr zum alten Qualifikationssystem mit allen Autos gleichzeitig auf der Strecke. Es gibt aber auch andere Ideen. BAR-Boss Nick Frey etwa plädiert für eine dreigeteiltes KO-Training am Samstag. Nach den ersten 15 Minuten scheiden fünf Autos aus, nach einer Interview-Pause und einer weiteren Viertelstunde Training noch einmal fünf. Die verblieben zehn Piloten fahren dann um die Pole. Vorstellbar wären auch zwei halbstündige Sessionen am Samstag, die erste mit wenig Benzin, die zweite mit volleren Tanks.

"Wir sind uns einig, dass etwas geändert werden muss", sagte Stoddart. "Wichtig ist aber, dass das neue Format von allen akzeptiert wird und endlich dauerhaft bleibt." (APA/Reuters)

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