Verbund: Ergebnis fast verdoppelt

9. Mai 2005, 13:28
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Konzernergebnis stieg im ersten Quartal um 95,7 Prozent auf 96,7 Millionen Euro - Umsatz legte auf 874,2 Millionen Euro zu

Wien - Die börsenotierte Verbundgesellschaft konnten im ersten Quartal 2005 das operative Ergebnis (Ebit) um 21,4 Prozent auf 134,0 Mio. Euro, das Konzernergebnis sogar um 95,7 Prozent auf 96,7 Mio. Euro verbessern.

Die Umsatzerlöse erhöhten sich um 20,1 Prozent auf 874,2 Mio. Euro, teilte das Unternehmen ad-hoc mit. Die Prognose für das Gesamtjahr 2005 lasse bessere Ergebnisse erwarten.

Operatives Ergebnis bei 420 Millionen Euro

Das operative Ergebnis sollte daher auf mehr als 420 Mio. Euro und das Konzernergebnis auf mehr als 259 Mio. Euro verbessert werden können. 2004 lag das operative Ergebnis bei 385,5 Mio. Euro, das Konzernergebnis bei 235,4 Mio. Euro.

Der Verschuldungsgrad soll von 134 Prozent auf rund 100 Prozent gesenkt und die Wertschöpfung im Konzern, ausgedrückt durch den Economic-Value-Added, deutlich verbessert werden können.

Prognosen übertroffen

Die Ergebnisse des ersten Quartals lagen über den Prognosen der Analysten, die im Durchschnitt mit einem Ebit von 130,1 Mio. Euro (plus 17,81 Prozent), einem Gewinn von 72,4 Mio. Euro (plus 46,49 Prozent) und einem Umsatz von 830,1 Mio. Euro (plus 14,06 Prozent) gerechnet hatten.

Ursache für die deutlichen Zuwächse seien in erster Linie die Erhöhung der europäischen Stromgroßhandelspreise infolge weiterhin stark steigender Öl- und Gaspreise. So lag der durchschnittliche Forward-Preis für Baseload-Produkte um 19,5 Prozent jener für Peakload-Produkte um 12,4 Prozent höher als im Vergleichszeitraum des Vorjahres.

Preissteigerungen an Kunden weitergegeben

Die Preissteigerungen konnten trotz internationalem Wettbewerb über marktpreisindizierte Verträge an Kunden im In- und Ausland weitergegeben werden.

Belastet wurde das Ergebnis durch eine um sechs Prozentpunkte geringere Stromerzeugung aus der profitablen Wasserkraft sowie die vom Stromregulator festgesetzte Reduktion der Netztarife.

Mehr Dividende geplant

Von der für 2005 geplanten Ergebnisverbesserung und dem weiteren Schuldenabbau sollen auch die Verbund-Aktionäre profitieren. "Wie schon 2004 planen wir auch für das Geschäftsjahr 2005 eine Erhöhung der Dividende, um unsere Aktionäre, die den jahrelangen Weg der Entschuldung des Konzerns mitgetragen haben, an der positiven Geschäftsentwicklung des Unternehmens teilhaben zu lassen", heißt es im Dienstag. Für 2004 war die Dividende von 2 auf 3 Euro je Aktie angehoben worden.

Das Net-Gearing verbesserte sich in den ersten drei Monaten auf 131,5 Prozent, verglichen mit 158,7 Prozent im ersten Quartal. Für das Gesamtjahr 2005 will der Verbund den Verschuldungsgrad auf rund 100 Prozent senken, nach 134,3 Prozent 2004.

Stromverkäufe gestiegen

Der Verbund konnte im ersten Quartal deutlich mehr Strom verkaufen, vor allem im Ausland. Die Stromerlöse (ohne Ökostrom) stiegen laut dem heute, Dienstag, vorgelegten Zwischenbericht um 22,8 Prozent auf 711,5 Mio. Euro. Die Stromabgabe (inklusive Ökostrom) konnte um 26,8 Prozent auf rund 24.700 GWh gesteigert werden.

Der Mengenanteil des Geschäfts auf den Auslandsmärkten betrug 74,9 Prozent. Die wichtigsten ausländischen Absatzmärkte für den Verbund sind Deutschland, Frankreich, Slowenien und Italien.

Das Endkundengeschäft sank dagegen auf Grund der erhöhten Konzentration auf das Handelsgeschäft und des Rückzugs aus dem österreichischen Endkundenmarkt im Jahr 2004 um 41,2 Prozent auf 1.022 GWh.

Das Geschäft mit Weiterverteilern stieg wegen geringerer Geschäftsaktivitäten mit österreichischen Landesgesellschaften nur leicht um 1,6 Prozent auf 6.814 GWh.

Gesamterzeugung geschrumpft

Die Gesamterzeugung ging im ersten Quartal 2005 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 8,6 Prozent auf 6.411 GWh zurück. Dabei sank die Erzeugung aus Wasserkraft wegen der schlechten Wasserführung um 9,3 Prozent auf 4.864 GWh, der Erzeugungskoeffizient belief sich auf 0,97 (1,03).

Die thermische Erzeugung verringerte sich um 6,1 Prozent auf 1.548 GWh. Der Fremdstrombezug erhöhte sich wegen der gestiegenen Terminhandelsaktivitäten um 48,5 Prozent und betrug 70,2 Prozent der gesamten Konzernaufbringung.

Die Netzerlöse sanken um 7,1 Prozent auf 62,7 Mio. Euro. Hauptursachen war die 11-prozentige Tarifsenkung per 1. Februar 2005, die einen Rückgang von 3,4 Mio. Euro bedingte sowie geringere Transportmengen. Für das Gesamtjahr 2005 ist durch die Netztarifsenkung mit einer Ergebnisreduktion von 19 Mio. Euro zu rechnen, heißt es im Zwischenbericht weiter.

Mehr Ökostromerlöse

Die Ökostromerlöse legten wegen steigender Volumina und höherer Förderbeiträge um 28,8 Prozent auf 87,7 Mio. Euro zu. Die zugewiesene Ökostrommenge belief sich im ersten Quartal auf 992 (811) GWh. Die Abwicklung der Ökostromförderung ist für den Verbund per Saldo ergebnisneutral.

Der Mitarbeiterstand verringerte sich um 84 auf 2.435 Beschäftigte. Der Mitarbeiterabbau führte in Verbindung mit höherem Urlaubsverbrauch trotz einer rund 2,5-prozentigen KV-Erhöhung zu einer Reduktion des Personalaufwandes auf 67,3 (72,9) Mio. Euro.

Verbessertes Finanzierungsergebnis

Das Finanzierungsergebnis wurde wegen niedrigerer bewertungsbedingter Kursverluste auf minus 25,8 (minus 28,5) Mio. Euro verbessert. Das Beteiligungsergebnis erhöhte sich um 30 Mio. Euro auf 32,6 Mio. Euro, was vor allem auf die Erfassung des At-equitiy-Ergebnisses der Steweag-Steg GmbH zurückzuführen ist.

Zudem stiegen die At-equitiy-Ergebnisse der italienischen Tochter Energia auf 7,4 (3,7) Mio. Euro. Das Finanzergebnis wird mit plus 8,1 Mio. Euro ausgewiesen, nach einem Minus von 22,4 Mio. Euro in den ersten drei Monaten 2004. Das Periodenergebnis verbessert sich auf 116,8 (62,8) Mio. Euro. Das Konzernergebnis stieg auf 96,7 (49,4) Mio. Euro. Der Gewinn je Aktie erhöhte sich 3,14 (1,60) Euro. (APA)

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Verbund
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    Verbund-Chef Hans Haider kann mit dem Ergebnis mehr als zufrieden sein.

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