Flughafen Wien zeigt Interesse an Airport Budapest

9. Mai 2005, 13:28
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Auch British Airport Authority BAA unter den rund zehn Interessenten - Ausschreibungsdetails für erste Maihälfte erwartet

Wien - Der börsenotierte Flughafen Wien-Schwechat, der sich am Bratislava Airport beteiligen möchte, hat auch Interesse an einem Einstieg in Budapest. "Wir haben unser Interesse am Flughafen Budapest bekundet", erklärte Flughafensprecher Hans Mayer auf APA-Anfrage. Nach einem Bericht der ungarischen Tageszeitung "Vilaggazdasag" soll es rund zehn Interessenten für den staatlichen Flughafen geben, darunter auch die Betreibergesellschaft des Flughafen London-Heathrow, die British Airport Authority BAA.

Einzelheiten der geplanten Privatisierung stehen bisher offiziell noch nicht fest. In der ersten Maihälfte soll die beratende Bank Credit Swiss First Boston (Europe) Limited Einzelheiten bekanntgeben. "Der Ball liegt beim ungarischen Staat", sagte Mayer. Nach Informationen ungarischer Medien rechnet der ungarische Staat aus dem Verkauf der Flughafen-Anteile mit Einnahmen von mindestens 100 Mrd. Forint (400 Mio. Euro).

Der Wiener Flughafen ist auch interessiert an einer geplanten Privatisierung des Flughafen Zagreb in Kroatien.

Über sechs Millionen Fluggäste

Der Flughafen Budapest-Ferihegy hat im Jahr 2004 6,46 Millionen Fluggäste befördert, um 28,6 Prozent mehr als im Jahr davor. Besonders stark gewachsen ist der Anteil der Benutzer von Billigfluggesellschaften: Ihre Zahl ist auf rund eine Million angestiegen, das ist rund zehn Mal so viel wie im Jahr 2003. Für das laufende Jahr 2005 wird ein Passagierplus von 18 Prozent erwartet, das Frachtvolumen soll um rund 10 Prozent zulegen. Etwa 10 Mrd. Forint soll der Flughafen Budapest für dieses Jahr an die staatliche Privatisierungsgesellschaft APV abliefern, berichtet die ungarische Presseagentur MTI.

Die britische BAA gilt als sehr finanzkräftiges Unternehmen. In den vergangenen 17 Jahren haben die Engländer mehr als 8 Mrd. Pfund (11,8 Mrd. Euro) in die Entwicklung ihrer Flughäfen investiert, weitere 8 Mrd. Pfund sollen dafür in den kommenden zehn Jahren ausgegeben werden. Unternehmen aus der Luftfahrt-Branche wären als künftige Eigentümer des Budapester Flughafen besser geeignet als kurzfristig denkende Finanzinvestoren, zitiert die Zeitung "Napi Gazdasag" den Chef von BAA International, Andrew Jurenko. Längerfristig bezeichnete Jurenko eine Notiz des Budapester Flughafens an der Börse Budapest als eine "gute Strategie". (APA)

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