Zeitgeschichtetheater: Löhner-Beda im Konzentrationslager

25. April 2005, 20:49
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Das stadtTheater walfischgasse eröffnete mit der Eigenproduktion "Freunde, das Leben ist lebenswert" von Charles Lewinsky

Seit knapp einer Woche hat das stadtTheater walfischgasse als Folgeinstitution der ehemaligen Kleinen Komödie im ersten Bezirk seinen Betrieb aufgenommen. Prinzipalin Anita Ammersfeld eröffnete das künftig mit "klugen, aber unterhaltsamen" Stücken bespielte Haus (272 Plätze) mit der Eigenproduktion Freunde, das Leben ist lebenswert von Charles Lewinsky.

Im Mittelpunkt stehen drei Exponenten der jüdischen Künstlerszene im Wien der Zwischenkriegszeit: der Librettist Fritz Löhner-Beda (Hannes Gastinger), der Kabarettist Fritz Grünbaum (Johannes Seilern) und der Komponist Hermann Leopoldi (Thomas Declaude). Sie werden gemäß der NS-Rassenideologie verhaftet und schließlich ins Konzentrationslager Buchenwald deportiert. Nur Leopoldi gelingt die Flucht.

Der Wirkung naturalistischer Haft- und Verhörszenen im Pressspanbretterverschlag (Bühne: Hans Kudlich) gebietet Lewinsky (hier auch Regisseur) mit der Leichtigkeit der von Löhner-Beda reich beschenkten Schlagerwelt Einhalt: Roman Grinberg am Klavier und die Sänger Georg Lehner bzw. Mathias Reinthaller bringen Ohrwürmer wie "Ausgerchnet Bananen" (Löhner) als Interludium. Betroffen machende Kunst. (afze/ DER STANDARD, Print-Ausgabe, 26.4.2005)

stadtTheater walfischgasse,
Wien 1.,
Walfischgasse 4,
Karten:
(01) 512 42 00
Beginn: 20.00
  • Johannes Seilern und Hannes Gastinger   als Grünbaum und Löhner-Beda
    foto: klinger & husar

    Johannes Seilern und Hannes Gastinger als Grünbaum und Löhner-Beda

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