Germanische Mythen und die Entzauberung des Kinos

25. April 2005, 20:56
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WUT, das Wiener Unterhaltungs Theater, bringt "Germania Jones - Der Hammer des Thor" ins Schikaneder

Seit 15 Jahren beweist das WUT (Wiener Unterhaltungs Theater) Mut für skurrile Aufführungsräume und hat in oft herrlich aktionistischen Performances die schützende Sphäre zum Publikum durchbrochen. Mit Germania Jones - Der Hammer des Thor, dem dritten Teil rund um die Entlarvung ideologischen Missbrauchs nordischer Mythologien, hat sich das berüchtigte Ensemble der Entzauberung des Mainstream-Kinos verschrieben. Es fängt viel versprechend an: Das Publikum fällt direkt ins dramatische Monologisieren ergrauter Trophäenjäger Germania Jones (Anselm Lipgens), Mutter Jones (Michael Aichhorn) und Wegbegleiter (Wolfgang Müllner) hinein.

Man ahnt, da hat es jemand nicht zurück in die Welt der Alltagsfreuden geschafft. Erklärend formatiert die anschließende trashige Kinovorstellung den Werdegang von Indiana Jones III mit keltischen Kultobjekten um und stellt alles in die Wiener NS-Kriegswirren. Neben Marie Fee als Verräterin beteiligen sich Gastschauspieler wie Hubsi Kramar und Beatrice Frey. Höhepunkte, wie die Personifizierung der Flugkampfszene mit glänzender Montage zu Archivmaterial bleiben selten. Das Publikum sollte ordentlichen Sinn für Klamauk mitbringen. (pet/ DER STANDARD, Print-Ausgabe, 26.4.2005)

Schikanederkino, 4., Margaretenstr. 24,
28./29./30. 4.
(01) 585 58 88.
Beginn: 20.00

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schikaneder.at
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    foto: schikaneder/wut
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