Lehmann: Keine rasche Änderung bei geschiedenen Wiederverheirateten

13. Mai 2005, 11:40
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"Drängendes Thema" des neuen Pontifikats - Lehmann dementiert Gerüchte um Wechsel nach Rom

Mainz - Mit schnellen Ergebnissen in der Frage der geschiedenen Wiederverheirateten in der katholischen Kirche ist nach den Worten von Kardinal Karl Lehmann nicht zu rechnen. Sie sind bisher vom Sakramentenempfang ausgeschlossen. Unmittelbar nach seiner Rückkehr aus Rom bezeichnete der Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz und Mainzer Bischof das Problem am Montag als ein drängendes Thema des neuen Pontifikats.

Lehmann weist Gerüchte zurück

Der Kardinal äußerte sich vor einer Beratung des Ständigen Rates der Bischofskonferenz in Mainz. Da nach Angaben von Lehmann einige Bischöfe wie die Kardinäle Friedrich Wetter (München) und Joachim Meisner (Köln) in Rom geblieben sind, ist die bereits seit langen angesetzte Versammlung nicht vollzählig. Lehmann wies erneut Spekulationen über seinen möglichen Wechsel in den Vatikan ungewöhnlich scharf zurück: "Ich habe durchaus Verständnis für Boulevardjournalismus, aber da ist eine Grenze überschritten worden".

"Schuldlose" Scheidung

Die italienische Zeitung "la Repubblica" hatte am vergangenen Freitag berichtet, vor seiner Wahl zum Papst habe Kurienkardinal Joseph Ratzinger an einem Dokument über wiederverheiratete Katholiken gearbeitet. Mit diesem Papier solle sich nun sein Nachfolger an der Spitze der Glaubenskongregation befassen. Nach einer "schuldlosen" Scheidung sollten wiederverheiratete Katholiken zu den kirchlichen Sakramenten zugelassen werden, hieß es laut "Repubblica" in Ratzingers Entwurf.

Ratzinger habe als Chef der Glaubenskongregation eine schwierige Aufgabe zu erfüllen gehabt: "Über Lehre zu urteilen heißt auch immer, über Gewissen von Menschen zu urteilen", sagte Kardinal Lehmann am Montag. Zu Unrecht sei Ratzingers Bild in der Öffentlichkeit von den Konflikten zwischen ihm und den deutschen Bischöfen bestimmt worden. Dabei sei der neue Papst ein ausgezeichneter Theologe, der sein ganzes Denken nun "in der Weite der katholischen Kirche" wirken lassen könne. (APA/dpa/AP)

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    foto: epa/werner baum
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