Ferrari: "Spielen wieder Hauptrolle"

1. Mai 2005, 13:51
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Italiener nach Schumacher-Gala in Imola im Aufwind

Wien/Imola - Michael Schumachers brillante Aufholjagd in Imola hat trotz der hauchdünnen Niederlage gegen Fernando Alonso Ferrari die Gewissheit alter Stärke zurückgebracht und in Italien Begeisterung ausgelöst. "Ich freue mich über Michael, der ein unglaubliches Rennen gemacht hat - wie ein wirklich großartiger Champion", bejubelte Fiat-Präsident Luca di Montezemolo die Leistung. "Wir spielen wieder eine Hauptrolle im WM-Rennen."

Der erste Saison-Podestplatz des siebenmaligen Formel-1-Weltmeisters wirkte wie eine Befreiung von Zentner schweren Lasten. Nach den Demütigungen in Australien, Malaysia und Bahrain wandte sich Ferrari-Teamchef Jean Todt genüsslich an die Kritiker: "Diese Vorstellung ist unsere Antwort an all jene, die uns schon abgeschrieben haben." Die italienische Zeitung "Il Tirreno" titelte: "Fantastico Schumacher" und "La Gazzetta dello Sport" urteilte: "Ferraris unglaubliche Aufholjagd erschreckt Renault".

Jetzt ist Schumacher wieder im Rennen, auch wenn der Rückstand auf den spanischen WM-Spitzenreiter sogar um zwei auf 26 Zähler angewachsen ist. Schumacher störte dies kaum. Der 36-Jährige Ausnahmekönner fuhr an diesem Tag in einer eigenen Liga. Selbst der neue Seriensieger Alonso konnte ihm nicht das Wasser reichen. Ohne seinen verhängnisvollen Fehler im Qualifying hätte Schumacher locker seinen siebten Sieg in Imola gefeiert. "Das Wichtigste ist, dass wir wieder in der Spitze sind", konstatierte Schumacher.

Schon beim GP von Spanien in zwei Wochen - eine bessere Konstellation hätte der Formel-1-Kalender nicht bieten können - will Schumacher den Spieß umdrehen: Reizvoller könnte die Herausforderung gar nicht sein, als Alonso in Barcelona vor dessen eigenem Publikum erstmals in dieser Saison zu schlagen. Während sich der 83-malige GP-Gewinner mit Siegansagen zurückhielt, kündigte Todt an: "Wir wissen, dass man WM-Titel nur mit Siegen erringen kann, und das werden wir in Barcelona versuchen." Und er erneuerte sein Angebot: "Michael kann bei uns fahren so lange er will. Alonso ist einer der talentiertesten Fahrer, aber nicht ganz oben auf unserer Liste."

Alonso denkt nach seinem Hattrick nicht daran, seine Serie ausgerechnet beim Heimrennen abreißen zu lassen. "Ich bin absolut zuversichtlich", sagte der Asturier. "Ich hoffe auf einen Sieg und eine tolle Party. Nach meinen drei Erfolgen stehe ich in der WM gut da." Renaults Chefingenieur Pat Symonds glaubt an eine Fortsetzung des Erfolgsmärchens: "Wie in den Rennen zuvor war dies wieder die Fahrt eines künftigen Champions." Und in Spanien titelte die Zeitung "El Pais" besonders genüsslich: "Der Thronfolger besiegt den König in dessen Heim-Arena."(APA/dpa)

  • Luca di Montezemolo

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