Ganzheitliches Forschen am See

2. Mai 2005, 13:18
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Klagenfurter Lakeside Park mit Schwerpunkt Verkehrstelematik wurde eröffnet

Direkten Seeblick gibt es zwar nicht. Aber der Wörthersee liegt nur wenige Gehminuten entfernt. Vor allem die benachbarte Alpen-Adria-Universität Klagenfurt mit ihrem wissenschaftlichen Thinktank im Bereich Informations-und Kommunikationstechnologie macht ein Atout des Klagenfurter Lakeside-Technology Parks (Mitglied des Verbands der Technologiezentren Österreichs) aus.

Nach einer Rekordbauzeit von knapp zwei Jahren wurde jetzt die erste Baustufe des 54 Mio. Euro teuren, von Bund, Land und Stadt Klagenfurt finanzierten Gesamtprojekts mit einer Gesamtnutzfläche von 28.000 Quadratmetern offiziell eröffnet. Nicht nur mit politischem Trara, sondern mit einer Forschungskonferenz, in der über Chancen und Möglichkeiten globalen Agierens und regionaler Inspiration diskutiert wurde. Damit ist auch schon die Philosophie des derzeit österreichweit größten derartigen Techno-Parks umschrieben, die noch durch das Begriffspaar "Hightech und Lebensqualität" abgerundet werden könnte. Derzeit stehen auf dem 2,2 Hektar großen Grundstück, das von der Stadt Klagenfurt eingebracht wurde, 12.000 Quadratmeter, verteilt auf sechs in Modulbauweise errichteten Holz-Glas-dominierten Gebäuden zur Verfügung. 14 Firmen haben sich bereits eingemietet, das entspricht einem Vermietungsgrad von 75 Prozent. Darunter befinden sich Leitfirmen wie der Halbleiterhersteller Infineon, der seine IT-Services nach Klagenfurt verlegt hat, oder die Asfinag, die mit ihrem F&E-Zentrum für Verkehrstelematik vertreten ist. Auch die Kapsch-TrafficCom AG, Weltmarktführer für elektronische Maut- und Zugfunksysteme, ist dabei wie auch regionale Firmen, etwa der Software-Hersteller Uniquare, die CISC Semiconductor Design & Consulting oder das Kärntner Gründerzentrum Build. Auch die Universität Klagenfurt ist mit zwei eigens für den Lakeside Park adaptierten Studienrichtungen vertreten.

Der Run auf den Klagenfurter Techno-Park ist stark, freut sich dessen Geschäftsführer Hans Schönegger. Aber nicht jeder wird aufgenommen. "Wir prüfen genau, wer in unseren Themenschwerpunkt Informationstechnologie und Verkehrstelematik passt." Nur so könnten die Standortvorteile von allen Partnern optimal genutzt werden. Das Besondere am Klagenfurter Lakeside-Projekt sei aber vor allem die enge wissenschaftliche Kooperation mit der Universität Klagenfurt. "Damit sind wir europaweit der einzige Techno-Park, dem ein ganzheitlicher Ansatz mit Forschung, Entwicklung, Ausbildung Produktion und Dienstleitung zugrunde liegt." Und damit könne der Klagenfurter Lakeside Park auch Brückenkopf für den Alpen-Adria-Raum sein, aber auch für Kärntens Positionierung als IT-Standort starke Impulse setzen. Schönegger: "Wir können von den hohen Wachstumsraten in Südosteuropa profitieren und in Kärnten neue Wachstumsfelder als Ausgleich zu den kontinuierlichen Arbeitsplatzverlusten in der Old Economy schaffen." Derzeit gibt es im Lakeside Park 300 hochqualifizierte Arbeitsplätze. Fernziel sind 2000. Mit einigen potenziellen Neuzugängen wird derzeit verhandelt. Darunter ist auch Casa, der spanische Partner der European Aeronautic Defence and Space Company (EADS). (Elisabeth Steiner/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 25. 4. 2005)
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    Der größte österreichische Park seiner Art, der Lakeside Technology Park in Kärnten, wurde eröffnet.

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