Motorola verkuppelt Handy mit Autoradio

6. Mai 2005, 11:18
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Musikservice iRadio macht Mobiltelefon zum Multimedia-Knoten

Motorola glaubt offenbar an eine lukrative Zukunft für Musik am Handy. Das US-Unternehmen will noch in diesem Jahr mit einem Musik-Service namens iRadio starten, der das Mobiltelefon via Bluetooth mit der Stereoanlage und dem Autoradio verbindet. Die entsprechenden Handsets sollen erst dann auf den Markt kommen, wenn auch der Service startklar ist. Ziel ist der Launch im Dezember, berichtet die Los Angeles Times. Bis dahin muss Motorola aber noch zumindest einen Mobilfunkbetreiber finden, der den Service anbieten will.

Nutzung

Der iRadio-Service will das Handy als zentralen Multimedia-Knoten nutzen. Notwendig ist ein Bluetooth-fähiges Handset, das mit PC und Autoradio Kontakt aufnehmen kann. Ähnlich wie beim iPod kann das Handy dann mit Webradio-Programmen und Musik gefüllt werden. Damit sich der Durchschnittsuser die Programme nicht mühsam selbst im Web suchen muss, sorgt iRadio für den (werbefreien) Content. Unterwegs kann dann das Handy automatisch mit dem (ebenfalls Bluetooth-fähigen) Autoradio verkuppelt oder mit Kopfhörern wie ein iPod verwendet werden.

Zweifel

Diese "Schweizermesser"-Strategie hat sich bei anderen mobilen Geräten nicht bewährt und ist auch beim Handy fragwürdig, so die LA Times. Allerdings ist gerade bei Musik die Skepsis geringer. Das Interesse an neuen Musikdiensten wie Songdownload, Online-Jukeboxes und Musikvideos ist bei den Telekomanbietern aufgrund des Klingeltonbooms groß. Motorola will die Mobilfunker an Bord bekommen, indem sie ihnen den Großteil der fünf bis sieben Dollar, die der Service pro Monat kosten soll, überlässt.

Vorsichtig

Dennoch ist auch Vorsicht angebracht. Es ist keineswegs klar, ob die Kunden dafür auch bezahlen wollen. So verweisen Marktexperten darauf, dass der Klingeltonboom vor allem auf dem Drang nach Personalisierung des Handys basiert, weniger auf dem Wunsch nach Unterhaltung. Auch könnten derartige Multimediadienste trotz Attraktivität an ihren negativen Auswirkungen auf die Batterie- und Verbindungsdauer scheitern. Der iRadio-Dienst trägt dem Rechnung, weil es sich nicht um einen mobilen Dienst handelt, der die Verbindungsdauer beim Mobilfunkbetreiber und damit die Telefonrechnung erhöht. Eigentlich könnte iRadio als Podcastingdienst für Musikhandys bezeichnet werden. Motorola will auch noch in diesem Jahr die angekündigten iTunes-Handys auf den Markt bringen. (pte)

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    foto: hersteller
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