Tafeln werben um Verständnis

30. Mai 2005, 18:09
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Der Zorn der Salzburger über die starke Bautätigkeit soll abgeschwächt werden. Neue Schilder informieren über die genauen Vorgänge auf der Baustelle.

In der Landeshauptstadt herrscht großer Unmut über die vielen Baustellen. Behinderungen im Straßenverkehr und Baulärm schüren den Ärger der Verkehrsteilnehmer und Anrainer. Diesem Missfallen soll nun entgegen gewirkt werden. Der Schlüssel zum Verständnis der Salzburger heißt Information.

Informationstafeln geben Auskunft über die Bautätigkeit

Die mehr als 1.000 Baustellen pro Jahr auf den Straßen der Stadt Salzburg sollen nun für die Bewohner erträglicher gemacht werden. Durch eine einheitliche Beschilderung werden die Salzburger informiert, wie lange die Bauarbeiten noch andauern werden und was genau hier eigentlich passiert. "Mir geht es um eine schnelle und umfassende Information der Salzburger", erklärt Baustadtrat Martin Panosch. Auf den neuen Informationstafeln wird außerdem ganz klar ersichtlich, wer für die Baustelle zuständig ist. "Wenn es Probleme in Baustellenbereichen gibt, dann ist jetzt mit der neuen Beschildderung für jeden sofort und ohne langwierige Recherche ersichtlich, welcher Dienstleister dafür verantwortlich ist", so Panosch. Deshalb werden nun bei jeder größeren Grabung sofort die neuen Informationstafeln aufgestellt. Ganz egal ob es sich um Gas, Wasser, Strom, Fernwärme, Telekommunikation, Kanal oder Straßenbelag, um Einsätze der Bergputzer, Arbeiten an der Straßenbeleuchtung und an den Ampelanlagen oder um Bautätigkeiten im Bereich von Flüssen und Bächen handelt, für all diese Arbeiten gibt es eigene Schilder, die zur Information der Leidtragenden dienen.

Gründe für die verstärkte Bautätigkeit

Das Verständnis der Salzburger wird besonders heuer hart auf die Probe gestellt, denn sie müssen dieses Jahr noch rund 50 Baustellen mehr verkraften als bisher. Grund dafür ist die Bausperre im Mozartjahr 2006, denn in diesem Jahr wird es im Innenstadtbereich überhaupt keine Bautätigkeit geben. Zwischen Nonntaler Brücke und Lehner Brücke sowie auf allen Stadtbergen wird es das ganze Jahr ein Grabeverbot geben. Deshalb muss das gesamte Versorgungsnetz im Stadtgebiet bis zum Jahr 2006 auf den neuesten Stand der Technik gebracht werden.

Bevorzugte Bauzeit: Frühjahr und Sommer

Zusätzlich gibt es Grabungsverbote im Sommer (vom 9. Juli bis zum 31. August) in der touristisch genützten Kernzone der Stadt. Dennoch sind die Frühjahrs- und Sommermonate die bevorzugte Bauzeit. Das liegt nicht nur an der Witterung sondern auch an den technischen Vorteilen und vor allem an dem geringeren Verkehrsaufkommen. Denn während der Ferien- und Urlaubszeit sind rund 30 Prozent weniger Autos unterwegs, da viele Salzburger auf das Rad umsteigen. Im Winter können die meisten Bauten zum Teil gar nicht oder nur mit sehr hohem Aufwand durchgeführt werden.

Grabungen kommen den Salzburgern zugute

Die heftige Kritik der Salzburger über die oft zahlreichen Baustellen in der Stadt kann Panosch nachvollziehen. Allerdings: "Ohne Grabungen und Sanierungen kann es nie zu der dringend notwendigen Verbesserung der städtischen Infrastruktur kommen." So hofft der Baustadtrat auf stärkeres Verständnis durch die neuen Informationstafeln, die den Salzburgern zeigen sollen, dass die starke Bautätigkeit der Stadt und ihren Bewohnern nur zugute kommt. (kai)

Eine Übersicht über die derzeit laufenden Bautätigkeiten in Salzburg erhalten Sie auf der offiziellen Webpage der Stadt Salzburg sowie beim ÖAMTC.

Alle Beiträge der Salzburg-Seiten von derStandard.at werden von Teilnehmern der Online-Lehrredaktion der Abteilung Journalistik an der Uni Salzburg in eigener Verantwortung erstellt.
  • Diese neuen Info-Schilder sollen dem Ärger der Salzburger entgegenwirken.
    michaela kaiserlehner

    Diese neuen Info-Schilder sollen dem Ärger der Salzburger entgegenwirken.

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