Lenzing 2004 mit mehr Umsatz und Gewinn

2. Mai 2005, 11:25
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Wachstum von jeweils mehr als 16 Prozent - Dividende auf acht Euro erhöht - Spatenstich zu neuer Viskosefaserfabrik in China durch Bundeskanzler Schüssel

Wien - Der börsenotierte Faserkonzern Lenzing hat 2004 den Gruppenumsatz nach IFRS um 16,6 Prozent auf 871,1 Mio. Euro gesteigert. Das operative Konzernergebnis (EBIT) verbesserte sich um 16,3 Prozent auf 104,3 Mio. Euro. Der Jahresüberschuss vor Minderheitenanteilen konnte um 22,4 Prozent auf 78,0 Mio. Euro verbessert werden. Damit würden die vorläufigen Zahlen bestätigt, teilte Lenzing am Montag ad hoc mit. Der Vorstand wird der Hauptversammlung aufgrund der guten Geschäftszahlen die Erhöhung der Dividende von zuletzt 6 Euro je Aktie auf 8 Euro je Aktie vorschlagen.

Auch wenn die ersten Wochen des neuen Jahres 2005 gut angelaufen seien, erwartet Lenzing für das Gesamtjahr "weltweit substanziell schwierigere Rahmenbedingungen". Die internationale Industriekonjunktur werde sich heuer abschwächen.

Rekordernte drückt Preise

Die Rekord-Baumwollernte der Saison 2004/05 drücke bereits auf das weltweite Faserpreisniveau, während die Rohstoffpreise weiterhin auf hohem Niveau verharrten, hieß es weiter. Für den europäischen Markt wirkten sich die ungünstige Euro-Dollar-Relation sowie die Liberalisierung der Textil-Einfuhrquoten stark belastend aus.

Für die Umsatz- und Ertragsverbesserung im vergangenen Jahr seien höhere Produktionsvolumina, die 2004 übernommene Unternehmensgruppe Tencel, gestiegene Faserpreise sowie verbesserte Erträge der Töchter Lenzing Technik und Lenzing Plastics verantwortlich gewesen.

Verbesserung des Produktmix

"Wir haben im Geschäftsjahr 2004 den internationalen Aufschwung in der Faserindustrie voll nutzen können, weil wir rechtzeitig in den Ausbau von Kapazitäten und in die Verbesserung des Produktmix investiert haben", kommentierte Vorstandsvorsitzender Thomas Fahnemann die endgültigen Ergebnisse für 2004. Im textilen Sektor sei die starke Asien-Nachfrage Wachstumstreiber für Lenzing gewesen, im Nonwovens Sektor habe Lenzing von der guten Entwicklung in Europa, den USA und Asien profitiert.

Spatenstich zur Viskosefaserfabrik in China durch BK Schüssel

In der südostchinesischen Provinz Jiangsu wurde am Montag im Beisein von Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (V) im Rahmen von dessen China-Reise der Grundstein für die neue Viskosefaserfabrik von Lenzing gelegt. Die Fabrik soll im vierten Quartal 2006 in Betrieb gehen, angepeilt wird eine Jahreskapazität von 60.000 Tonnen Viskosestapelfasern für die Textilindustrie. Mit 30 Prozent ist die Nanjing Chemical Fibre Co. ltd als lokaler Partner am Projekt beteiligt. Lenzing will in China rund 74 Mio. Dollar (56,6 Mio. Euro) investieren.

Die ostchinesische Provinz Jiangsu ist das Schwerpunktgebiet der österreichischen Investoren in China. 120 österreichische Firmen haben dort Niederlassungen, darunter der steirische Leiterplattenhersteller AT&S, Semperit, Tiger-Lacke, Faigle-Rolltreppen und AVL Motoren. Handelstochtergesellschaften haben unter anderem Swarovski und Gericom in Jiangsu. (APA)

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    Der Spatenstich zur neuen Lenzing-Viskosefaser-Fabrik in der Provinz Jiangsu war Schlusspunkt der China-Reise von Bundeskanzler Wolfgang Schüssel.

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