Prozess um Entführung in der Sahara

3. Mai 2005, 08:56
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Berüchtigter Terrorist Amar Saifi alias Abderrezak El Para steht seit Sonntag in Algier vor Gericht

Algier - Einer der berüchtigtsten Terroristen Algeriens, Amar Saifi alias Abderrezak El Para, steht seit Sonntag in Algier vor Gericht. El Para und seine Gruppe wurden vor zwei Jahren durch die Entführung von 32 Sahara-Touristen aus Deutschland, der Schweiz, Österreich und den Niederlanden international bekannt.

Jetzt muss sich der radikale Islamist zusammen mit fünf seiner Männer für die Gründung einer terroristischen Vereinigung vor dem Strafgericht in Algier verantworten. Ihm droht die Todesstrafe, die in Algerien automatisch in lebenslängliche Haft umgewandelt wird.

In mehreren Ländern ermittelt die Staatsanwaltschaft ebenfalls gegen El Para, der als die Nummer zwei der Salafistischen Gruppe für die Predigt und Kampf (GSPC) gilt; sie ist Algeriens heute noch aktivste Untergrundorganisation.

El Para schloss sich 1999 der GSPC an. Er soll für einige der wichtigsten Anschläge der zum Al-Kaida-Netz zählenden Terrorgruppe verantwortlich sein. Seine größte Aktion war die Entführung der 32 Sahara-Touristen - darunter zehn Österreicher - im Februar 2003.

17 Opfer konnten von der algerischen Armee befreit werden. Die restlichen Touristen wurden nach Mali verschleppt und kamen dann frei. El Para und seine Truppe setzte sich in den Tschad ab. Dort fielen sie in die Hände einer lokalen Aufständischenbewegung, der MJDT.

Libyen machte damals seinen Einfluss geltend und erreichte schließlich im Oktober 2004 die Auslieferung von El Para an Algerien. (DER STANDARD, Printausgabe, 25.4.2005)

Von Reiner Wandler aus Madrid
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