Blaue Basis bei FP-Parteitag: "Haiders Erfolge waren überzeichnet"

27. April 2005, 19:47
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FPÖ-Treue setzen auf Grundsatztreue und rechnen mit ihrem einstigen Idol ab

Salzburg - Gibt es ein blaues Leben nach Jörg Haider? Diese Frage war das bestimmende Thema der Gespräche unter den Delegierten am Rande des FP-Parteitages in Salzburg. "Die überwiegende Mehrheit der Basisfunktionäre und Mitglieder will mit dem Papiertiger BZÖ nichts zu tun haben", versucht beispielsweise der Salzburger Gemeinderat Andreas Schöppl im STANDARD-Gespräch seine Hoffnung auf eine blaue Renaissance zu begründen. Schöppl plädiert im Verhältnis zum BZÖ für einen "klaren Schnitt". Eine Rückkehr der Abtrünnigen kann er sich nicht vorstellen.

Der Bruch der Parteibasis mit Haider sei auch in Kärnten feststellbar, bekräftigt der Ebenthaler Gemeinderat Hubert Obereder. Den Zulauf zum BZÖ in Kärnten erklärt Obereder mit dem "enormen Druck", dem die Menschen im System Haider ausgesetzt seien: "Ich verstehe viele, die im öffentlichen Dienst stehen. Denen ist das Hemd näher als der Rock." Entscheidend für die Zukunft seiner Partei sei die kommende Nationalratswahlen. Wenn die FPÖ diese "überlebt", könne man auf bis zu 15 Prozent kommen.

Dass die FP in den nächsten Jahren kaum an alte Wahlerfolge anschließen wird können, nimmt man an der Parteibasis gelassen: "Haiders Erfolge waren überzeichnet und wesentlich durch Fehler anderer Parteien begünstigt", plädiert Schöppl für eine realistische Einschätzung. Vorrang habe die weltanschauliche Konsolidierung und nicht "der reine Pragmatismus". Auf eine Ideologisierung hofft auch der Haager Gemeinderat Alexander Moosmayr: "Behauptete freiheitliche Werte haben zuletzt auch in der FPÖ gefehlt." Viele wären nur zur FPÖ gekommen, "weil es nach oben gegangen ist". (neu/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 25. April 2005)

  • Orangen auf den Stiegen zur Bühne am FP-Parteitag
    foto: standard/fischer

    Orangen auf den Stiegen zur Bühne am FP-Parteitag

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