Alonso hielt Schumacher in Schach

28. April 2005, 15:47
102 Postings

Der Spanier gewinnt in Imola vor einem im Rennen unglaublich schnellen Schumacher - Wurz bei seinem Comeback auf Rang vier

Imola - WM-Leader Fernando Alonso hat am Sonntag im Grand Prix von San Marino seinen dritten Saisonsieg in Folge gefeiert und Renault im vierten Rennen den vierten Erfolg beschert. Mann des Tages in Imola war aber Weltmeister Michael Schumacher, der nach einer grandiosen Aufholjagd von Platz 13 noch Zweiter wurde und sich Alonso nur um 0,215 Sekunden geschlagen geben musste. Der Österreicher Alexander Wurz rettete nach dem frühen Out von Pole-Mann Kimi Räikkönen die Ehre von McLaren-Mercedes mit einem starken vierten Platz.

Raikkönen in Führung liegend out

In der Anfangsphase war der 25. Imola-GP das Rennen der Pechvögel. Melbourne-Sieger Giancarlo Fisichella musste schon in der fünften Runde seinen dritten Ausfall in Folge hinnehmen. Gleich darauf erwischte es den klar führenden Wurz-Teamkollegen Räikkönen, der mit defekter Antriebswelle an die Box rollte und dort stinksauer ausstieg. Auch Rubens Barrichello (8.) im Ferrari und der Kärntner Patrick Friesacher im neuen Minardi (9.) teilten bald darauf dieses Schicksal.

Wurz fuhr zu diesem Zeitpunkt in einem von Jarno Trulli gebremsten Pulk auf Platz sechs. Nach den ersten Boxenstopps zwischen den Runden 22 und 27 führte Alonso klar vor Jenson Button, Schumacher und Wurz, der sich noch vor Halbzeit auf Platz vier vorgekämpft hatte.

Schumacher klar der Schnellste

Mann des Rennens war bereits zu diesem Zeitpunkt Schumacher. Nur von Platz 13 gestartet fuhr der Weltmeister im erst zweiten Rennen mit dem neuen Ferrari klar schneller als alle anderen. Die schlechte Startposition hatte sich der Deutsche zuvor im zweiten Qualifying eingehandelt, weil er auf einer Bodenwelle mit dem schweren Ferrari in der Rivazza ausgehebelt worden und von der Strecke gekommen war.

Ein Fehler, der Schumacher im Ferrari-Heimrennen wohl den Comeback-Sieg gekostet hat. Nach der zweiten Boxenserie war der 36-jährige Champion schnell direkt hinter dem blauen Renault von Alonso, damit ergab sich erstmals heuer das direkte Duell der beiden Top-Piloten. Alonso musste schon zehn Runden vor Schluss Kampflinie fahren, machte aber keinen Fehler und hielt den 83-fachen GP-Sieger nach einem fairen Duell knapp hinter sich. In der WM liegt der 23-jährige Spanier mit 36 Zählern klar vor Jarno Trulli (18), Schumacher hat nach vier Rennen immer noch 26 Punkte Rückstand auf Alonso.

Ein Fehler war zu viel

Dem siebenfachen Weltmeister war klar, dass er seine Chancen schon in der Qualifikation verspielt hatte. "Ich bin glücklich über das Rennen, aber traurig über das, was Sonntagvormittag passiert ist", gestand Schumacher. Unvorstellbar, was sonst möglich gewesen wäre. Ich mache ja nicht viele solcher Fehler, aber einer ist schon zu viel", betonte der Vorjahressieger und lobte Alonso. "Ich hab's probiert, es war sehr knapp. Fernando hat keinen Fehler gemacht."

Der Sieger freute sich verschwitzt über seinen vierten GP-Sieg, mit dem er im Autodromo Enzo e Dino Ferrari auch die Schumacher-Erfolgsserie (seit 1999 nur Sieger mit diesem Namen) beendet hatte. "Das war einer der besten Kämpfe, die ich je hatte. Michael war eine Sekunde schneller als ich, ich konnte ihn nur in den Kurven aufhalten und dann früher aufs Gas gehen. Ich war am Maximum."

Keine Punkte für Red Bull, Zeitstrafe gegen Bruder Ralf

Während das österreichische Red-Bull-Team, für das anstelle des Vorarlbergers Christian Klien erstmals der Italiener Vitantonio Liuzzi (Elfter) fuhr, zum ersten Mal in dieser Saison leer ausging, holte der kanadische Sauber-Pilot Jacques Vileneuve, neben Schumacher der einzige Weltmeister im Feld, als Sechster seine ersten WM-Punkte seit 2003 im BAR.

Ralf Schumacher wurde wegen einer nachträglichen Zeitstrafe von 25 Sekunden von Rang acht auf elf zurück gefallen. Schumacher soll nach einem Boxenstopp Artikel Nick Heidfeld im BMW-Williams behindert. Dieser rückt nun Endklassement auf den achten Platz vor und erhält so einen WM-Punkt. Ralf Schumacher fiel wegen der Strafe auf Rang elf zurück. Dagegen wird sein Toyota-Team aber Berufung einlegen. Ein Termin für die Anhörung steht noch nicht fest. (APA/Reuters/red)

  • Fernando Alonso freut sich über seinen dritten Triumph in Serie, Michael Schumacher über verpassten Ferrari-Heimsieg doch etwas enttäuscht.

    Fernando Alonso freut sich über seinen dritten Triumph in Serie, Michael Schumacher über verpassten Ferrari-Heimsieg doch etwas enttäuscht.

Share if you care.