Gutierrez in Brasilien eingetroffen

8. Mai 2005, 16:47
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Gestürzter Präsident als Polizist verkleidet aus belagerter brasilianischer Botschaft geschmuggelt

Brasilia - Ecuadors Ex-Präsident Lucio Gutiérrez ist vier Tage nach seiner Amtsenthebung in der brasilianischen Hauptstadt Brasilia eingetroffen. Wie das brasilianische Außenministerium am Sonntag weiter mitteilte, wird Gutiérrez schon in den nächsten Tagen die offiziellen Asylpapiere erhalten. Eine Maschine der brasilianischen Luftwaffe hatte den am Mittwoch abgesetzten 47-jährigen Staatschef aus Ecuador ausgeflogen. Gutiérrez gab in Brasilien vorerst keine Erklärungen ab.

Nacht- und Nebelaktion

Mit seiner Familie sei Gutiérrez am Sonntagnachmittag unmittelbar nach der Landung per Hubschrauber in ein Hotel der Streitkräfte in der Nähe der Hauptstadt gebracht worden, hieß es. Bald solle die Familie für unbestimmte Zeit in einem Haus der Streitkräfte untergebracht werden, erklärte Vizepräsident José Alencar.

Nach mehrtägigem Aufenthalt in der von Demonstranten belagerten Residenz des brasilianischen Botschafters in Quito verließ Gutiérrez sein Land in einer wahren Nacht- und Nebelaktion. In einem Wagen der Sicherheitskräfte wurde er als Polizist verkleidet am Sonntag vor Sonnenaufgang zusammen mit Ehefrau Ximena und Tochter Viviana (15) zum 80 Kilometer entfernten Militärflughafen von Latacunga gefahren, wo die brasilianische Maschine auf ihn wartete. Die neue Regierung von Präsident Alfredo Palacio hatte Gutiérrez zuvor freies Geleit zugesichert. (APA/dpa)

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    Ein Demonstrant, der sein brennendes T-Shirt in Richtung der brasilianischen Botschaft wirft, wird von einem Polizisten von der Straße geführt.

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    Familie Gutierrez bei der Ankunft in Brasilien

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