Operative Myom-Entfernung

28. April 2005, 13:49
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Wenn eine Operation unumgänglich ist, bestehen verschiedene Methoden, Myome zu entfernen

Wenn alle anderen Versuche der Therapie nicht gegriffen haben, ist es möglich, Myome operativ zu entfernen und die Gebärmutter zu erhalten. Unter den ÄrztInnen ist jedoch die Tendenz weit verbreitet, einseitig und schnell Operationen als notwendigen Eingriff zu empfehlen. Sinnvoll sind jene vor allem dann, wenn starke Blutungen das Wohlbefinden beeinträchtigen bzw. sich nicht stoppen lassen oder das Myom durch seine Größe schmerzhaft auf benachbarte Organe drückt.

Die Entscheidung für eine Operation und die Wahl der Operationsart hängen von verschiedenen Faktoren ab: der Lage und Größe des Myoms, der Einstellung der behandelnden Person - ihre Erfahrungen mit unterschiedlichen OP-Techniken und ihre Erfahrungen darin, und natürlich von der Frau selbst - wie umfassend hat sie sich informiert und wo liegt der Schwerpunkt für sie.

Methoden der Entfernung

Myome können mithilfe eines Bauchschnitts, einer Bauchspiegelung oder einer Gebärmutterspiegelung, also vaginal, entfernt werden. Bei allen Operationsarten wird eine Vollnarkose angewandt. Myome, die unterhalb der Gebärmutterschleimhaut liegen und Richtung Gebärmutterhöhle wachsen (submukös), werden meistens vaginal entfernt. Hier kommt die Hochfrequenz- oder Laserchirurgie zum Einsatz. Größere Myome werden mit einer elektrischen Schlinge oder einem Vaporisateur verdampft. Dabei sind jedoch nachteilige Folgen möglich: Verwachsungen in der Gebärmutter und eine eventuell geringere Wahrscheinlichkeit, schwanger werden zu können. Außerdem ist die Möglichkeit des Nachwachsens von Myomen nach einigen Jahren bei dieser Methode am größten.

Alle anderen Myome, die in der Gebärmutterwand wachsen (intramural), unter der Außenhaut der Gebärmutter (subserös) oder außen an den Gebärmutterbändern (intraligamentär), werden mittels Bauchschnitt (Laparotomie) oder Bauchspiegelung (Laparoskopie) operiert.

Bauchspiegelung

Bei der Bauchspiegelung werden mehrere etwa ein Zentimeter lange Schnitte unterhalb des Nabels und oberhalb der Venushaare gemacht, der Bauchraum mit CO2-Gas aufgeblasen, also gedehnt, um OP-Instrumente und eine kleine Videokamera einführen zu können. Eine neuere Variante kommt ohne Gas-Dehnung aus; hier wird ein kleines Hebelsystem unter die Bauchdecke gebracht. Die Entfernung der Myome erfolgt wieder durch Hochfrequenz bzw. Laser: es wird soweit zerkleinert, dass es durch eine etwa ein Zentimeter dicke Röhre aus dem Bauch transportiert werden kann. Die Nachteile der Bauchspiegelung: nach der OP können Schmerzen durch die Gasreste im Körper auftreten.

Bauchschnitt

Dieser kommt dann zum Einsatz, wenn es sich um große, schwer zugängliche und mehrere Myome handelt. Dabei wird ein sechs bis zehn Zentimeter langer waagrechter Schnitt mit einem Skalpell über dem Venushaar gesetzt. Die Vorteile: Die operierende Person kann besser sehen und OP-Dauer sowie Narkosezeit sind kürzer.

Transarterielle Embolisation

Weiters besteht noch die Möglichkeit der operativen Myomverkleinerung. Dieser Eingriff wird unter örtlicher Betäubung mit Röntgenstrahlen durchgeführt. Über einen kleinen Schnitt wird ein Katheder in die Leistenarterie geführt, um Kunststoffkügelchen zu den Gefäßen zu bringen. Dadurch wird die Blutzufuhr verstopft und das Myom schrumpft im Laufe von Monaten. Nachteile: starke Schmerzen sowie die Wahrscheinlichkeit, nicht mehr schwanger werden zu können, da die Kunststoffkügelchen auch zu den Eierstöcken wandern können und die Menstruation dadurch für immer ausbleiben kann. Ein großer Vorteil besteht jedoch darin, dass die Entfernung der Gebärmutter vermieden wird. (red)

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    An welchen Stellen der Gebärmutter sich Myome ansiedeln können.
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