Aktionäre von Mobilcom wollen France Telecom verklagen

2. Mai 2005, 11:41
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Gegen das Votum von Vorstand und Aufsichtsrat

Berlin - Gegen die Empfehlung der Unternehmensspitze wollen die Aktionäre des Mobilfunkkonzerns Mobilcom Schadenersatz gegen den Großaktionär France Telecom einklagen. Das beschloss die Hauptversammlung in Berlin mehrheitlich, wie das Unternehmen am Samstag mitteilte.

Vorstand und Aufsichtsrat des zweitgrößten deutschen Mobilfunk-Dienstleisters halten die "von einzelnen Aktionären" geplante Klage "unverändert für aussichtslos". Das französische Unternehmen habe Mobilcom keinen Schaden zugefügt, betonten sie. France Telecom, die mit 29,1 Prozent an Mobilcom beteiligt ist, hatte bei dem Beschluss der Aktionärsversammlung kein Stimmrecht.

Hintergrund der Klage ist ein Streit zwischen Firmengründer Gerhard Schmid und France Telecom über den Ausbau des UMTS-Mobilfunks, der Mobilcom vor mehr als zwei Jahren an den Rand der Pleite gebracht hatte. France Telecom rettete die deutsche Firma mit einer enormen Finanzspritze. Schmid musste seinen Posten als Vorstandschef räumen und alle Mobilcom-Anteile verkaufen. Er meldete privaten Konkurs an. Nun wird ihm ein regelrechter Rachefeldzug gegen sein altes Unternehmen nachgesagt.

Schmids Gläubiger hatten im Dezember beim Frankfurter Landgericht France Telecom auf Zahlung von mehr als 4,25 Milliarden Euro verklagt. Sie werfen den Franzosen vor, den mit Schmid geschlossenen Vertrag zum Aufbau eines UMTS-Netzes verletzt zu haben, da sie den Geldhahn für das 18-Milliarden-Projekt überraschend zugedreht hätten. Dadurch habe France Telecom "die Zukunftschancen der Mobilcom als Netzbetreiber" zunichte gemacht. (APA/AP)

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