OAS will Umstände des Machtwechsels untersuchen

24. Mai 2005, 11:08
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Organisation beschließt erstmals Entsendung von Beobachterdelegation in Mitgliedstaat

Quito - Nach dem Machtwechsel in Ecuador will die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) eine Delegation in das Land entsenden, um die Umstände der Absetzung von Expräsident Lucio Gutierrez zu untersuchen. Die OAS verabschiedete am Freitagabend eine entsprechende Resolution, in der eine explizite Anerkennung der Regierung des neuen Präsidenten Alfredo Palacio vermieden wird.

Mit dem Beschluss macht die OAS erstmals von der inter-amerikanischen Charta für Demokratie Gebrauch, die in heiklen Situationen die Entsendung von Untersuchungsdelegationen in einen Mitgliedstaat erlaubt. Wenn diese es für nötig befinden, kann der Ständige Rat der OAS-Außenminister auch "Entscheidungen zur Bewahrung und Stärkung des demokratischen Systems" des betreffenden Staates treffen.

Gutierrez selbst bezeichnete seine Absetzung in einer vom Fernsehen ausgestrahlten Erklärung als verfassungswidrig. Der Expräsident war am Mittwoch vom Parlament abgesetzt worden, das damit auf mehrtägige, zum Zeil gewalttätige Proteste gegen Gutierrez reagierte. (APA/AP)

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    Proteste vor der brasilianischen Botschaft in Quito

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