Was sind Myome?

24. April 2005, 17:00
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Eine Zusammenstellung der Symptome, Ursachen und möglichen Therapie-Formen

Ungefähr jede dritte bis vierte Frau zwischen dem dreißigsten und sechzigsten Lebensjahr hat Myome. Diese weit verbreitete Erscheinung ist auch zumeist harmlos, da Myome der Gebärmutter die häufigsten gutartigen Tumore darstellen. Obwohl mehr als 70 Prozent der Frauen betroffen sind, sind sich die meisten dessen nicht bewusst, weil sie keine Symptome aufweisen.

Myome können in der Gebärmutter ganz unterschiedlich gelegen sein: direkt unter der Gebärmutterschleimhaut (submuköse Myome), dort verursachen sie vor allem verstärkte Regelblutungen; mitten in der Muskelschicht der Gebärmutter (intramurale Myome), dort können sie besonders zu schmerzhaften Regelblutungen führen; am äußeren Rand der Muskelschicht direkt unter dem Bauchfellüberzug der Gebärmutter (subseröse Myome), dort sind sie meistens absolut beschwerdefrei oder in den seitlich der Gebärmutter gelegenen Bindegewebsschichten wachsend (intraligamentär wachsende Myome), dort können sie auf den Harnleiter drücken und zur Nierenerkrankung führen.

Symptome

Demnach können die Beschwerden sehr unterschiedlich sein: zu starke und lang anhaltende Regelblutungen, die teilweise sehr schmerzhaft verlaufen, Blutungen außerhalb der Menstruation, Neigung zur vorzeitigen Wehentätigkeit in der Schwangerschaft, Unterbauchschmerzen, auch unabhängig von der Regelblutung. Weiters Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, Druckgefühl im Unterleib, häufiger oder sogar ständiger Harn- und/oder Stuhldrang, Nierenschmerzen oder Nierenbeckenentzündungen, Versagen einer Spirale im Rahmen der Empfängnisverhütung.

Ursachen

Die Ursache für die Entstehung von Myomen ist derzeit noch nicht bekannt. Vermutlich wachsen sie unter dem Einfluss von Östrogenen. Daher werden Myome zu den hormonabhängigen Tumoren gezählt. Sie entwickeln sich aus normalen Muskelzellen der Gebärmutter, die an bestimmten Bereichen eine große Wachstumsfreude an den Tag legen. Es wird davon ausgegangen, dass es sich dabei um eine Art "Wachstumsenergie" handelt, die an sich ausschließlich für die Schwangerschaft vorgesehen ist.

Diagnose und Therapie

Zumeist, vor allem wenn keine Schmerzen vorliegen, werden Myome zufällig durch Ertasten bei der gynäkologischen Untersuchung festgestellt oder bei der Ultraschalluntersuchung entdeckt. Außerdem können Myome bei Bauchspiegelungen oder Spiegelungen der Gebärmutterhöhle auffallen.

Behandelt sollen Myome nur dann werden, wenn sie tatsächlich Beschwerden verursachen. Oft reicht es, in regelmäßigen Abständen Untersuchungen durchführen zu lassen, d.h. die Myome bzw. deren eventuelle Veränderungen zu beobachten. Empfohlen wird in diesem Fall eine halbjährige Konsultation einer Frauenärztin. Die bösartige Entwicklung von Myomen ist äußerst selten und liegt im Promillebereich.

Bei Schmerzen verursachenden Myomen der Gebärmutter bestehen eine Reihe von Behandlungsmöglichkeiten, die von einer medikamentösen Therapie mit klassischen Hormonpräparaten (Progesteron, Gestagen) über homöopathische Behandlungen beispielsweise mit Mönchspfeffer-Präparaten (wirken auf das Hormonsystem ausgleichend) und Kräutermischungen aus der Traditionellen Chinesischen Medizin, Luna Yoga (gezielte Bewegung des Beckenbereichs), mentale Beschäftigung mit der Gebärmutter (Visualisierungen und Reisen in den Körper - siehe Interview) bis zur Entfernung einzelner oder mehrerer Myomknoten unter Erhalt der Gebärmutter reichen können. Eine Entfernung der gesamten Gebärmutter (Hysterektomie) ist nur sehr selten notwendig.

Ernährung

Ganz allgemein kann gesagt werden, dass auch die Ernährung einen nicht zu vernachlässigbaren Faktor darstellt. Milch-Eiweiß und tierische Eiweiße gelten insgesamt als ungünstig. Mehr über Ernährung bei Myomen findet sich in Christine Northrups Buch "Frauenkörper Frauenweisheit" (Wie Frauen ihre ursprüngliche Fähigkeit zur Selbstheilung wieder entdecken können, München, Zabert Sandmann 2001).

Lesen Sie weiter über die Möglichkeiten der operativen Myom-Entfernung. (red)

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    Grafische Darstellung des weiblichen Unterleibs.
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