"Ampeln stehen auf Grün"

28. November 2005, 14:57
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Unternehmen sehen die IT zunehmend als strategischen Bereich, sagt IT-Spezialistin Gabi Lehner

"Der Stellenabbau ist zu Ende", "die IT wird in den kommenden Jahren eine der am schnellsten wachsenden Industrien sein" - auf der diesjährigen Computermesse Cebit wurden Good News verteilt. "Alle Zeichen stehen auf Grün", formulierte SAP-Vorstandschef Henning Kagermann und rechnet nach zwei schwierigen Jahren heuer mit Aufschwung.

"Outsourcing wird zum Insourcing", so Gabi Lehner, mit ihren in Wien ansässigen Lehner Executive Partners IT-Spezialistin im Personalbereich. Applikationen und Prozesse würden nun wieder in die Unternehmen zurückgeholt. IT werde zunehmend als strategischer Geschäftsbereich gesehen und solcherart als Erfolgskomponente gestärkt. Lehner: "Das öffnet IT-Leitern den Weg in die Vorstandsetagen."

Die Qualität der gesuchten Manager wandle sich, so Lehner weiter. Von stark administrativer Ausrichtung gehe es jetzt in Richtung Innovationskraft und starke Verkaufsorientierung. "Dafür geben Unternehmen auch Geld aus." Die notwendige Erfahrung in der Branche sei allerdings schwer zu finden. "Ich kenne keinen einzigen Guten, der keine Position findet - die Leute sind gefragt und können ruhig auch älter als 50 Jahre sein."

Dies liege auch daran, dass die Unternehmen selbst Ausbildungen zuletzt hintenangestellt hätten. "Auch das ändert sich gerade." Speziell im Datenbank-Zertifizierungsbereich und im Warehousing gebe es "viele New Dimensions". Voraussetzung seien immer profunde Englischkenntnisse, was Lehner auf Kandidatenseite als "nicht selbstverständlich" wahrnimmt. Dazu komme eine hohe Reisebereitschaft plus Weiterbildungsfreudigkeit.

Change-Management

Die Erwartungen der Unternehmen würden sich zu etwa 70 Prozent an das Absichern des Geschäfts richten und zu "gut 30 Prozent" an das Entwickeln neuer Bereiche und Strategien. Da derzeit Umorganisation stattfinde, seien in puncto Führungsqualitäten die Fähigkeiten zum Change-Management gesucht.

Gute Chancen sieht Lehner nun auch wieder für "ganz Junge", auch aus branchenfremden Studienrichtungen. "Die Punkte sind immer: hohe Einsatzbereitschaft und ein klares Commitment", sagt sie zu den Profilen der Unternehmen, und: "Bewerbungsgespräche finden sehr oft in Englisch statt. Ich kann nur an das Entwickeln der Fremdsprachenfähigkeiten appellieren." (Der Standard, Printausgabe 23./24.05.2005)

Von Karin Bauer
  • Gabriele Lehner, geschäftsführende Gesellschafterin der ursprünglich aus der Plaut Personalberatung entstandenen Lehner Executive Partners.
    foto: standard/brandenstein

    Gabriele Lehner, geschäftsführende Gesellschafterin der ursprünglich aus der Plaut Personalberatung entstandenen Lehner Executive Partners.

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