QiVinci, das Gerät, das blättern kann

29. April 2005, 20:20
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Automatischer "Zeigefinger" für Musiker: Wie von Geisterhand bewegt das automatische Umblättergerät die Notenseiten

Wien - "Wenn jemand sagt, das geht nicht, dann interessiert es mich", lautet die innere Triebfeder für den Tiroler Erfinder Alfred Jakes. Zum Beispiel, Notenblätter während des Spielens automatisch umzublättern.

Seit vielen Jahren arbeitet er an einem automatischen Umblättergerät. Zwei Preise haben er und seine Geschäftspartnerin Sofie Quidenus dafür mittlerweile eingeheimst, und "jetzt könnte man es bald für weniger als 20 Euro das Stück produzieren lassen".

Wann es so weit sein wird, lässt sich dem 57-jährigen Elektrotechniker nicht entlocken. Es fehle weder an Interessenten noch an potenziellen Partnern. Man sei hier halt in Österreich, äußert er kryptisch.

Bei dem QiVinci genannten Gerät handle es sich um eine Art intelligenten Zeigefinger, erklärt Jakes. "Ich habe begriffen, was macht ein Blatt Papier und was macht der Zeigefinger beim Umblättern, und habe die Korrelation intelligent erfasst."

In dem 280 Gramm schweren Gerät stecken zwei Motoren, die über einen programmierbaren Chip gesteuert werden. Gestartet werden kann es etwa mit einem Fußschalter, Blattstärke und -umfang können variieren.

Musiker, die es erprobt hätten, wären alle begeistert gewesen, sagt der Erfinder. Auch für Menschen mit eingeschränkter Bewegungsfähigkeit der Hand könnte es eine gute Umblätterhilfe sein.

Auch wenn der automatische Zeigefinger in größeren Stückzahlen noch nicht greifbar ist, die Marktmöglichkeiten für das Gerät seien angesichts von 100 Millionen Musikern weltweit enorm. (kat/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 23./24. 4. 2005)

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    foto: quidenus
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