Eine faszinierende Reise 'Durch Österreich'

26. Mai 2005, 00:15
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Am Donnerstag, dem 21. April 2005, eröffnete im Rahmen einer Vernissage die Ausstellung von Inge Morath "Durch Österreich". Die Ausstellung ist von den Kuratoren der Galerie Fotohof (Kurt Kaindl und Brigitte Blüml) produzierte worden, ebenso wie der gleichnamige Bildband.

Noch zu ihren Lebzeiten wollte Inge Morath die Fotos, die sie in einem Zeitraum von fast 50 Jahren in Österreich schoss, zu einem Bildband zusammenfassen. Diese Ausstellung beinhaltet nun die wichtigsten Arbeiten aus allen Projekten. Die Ausstellung ist bis zum 04. Juni zu besichtigen.

Beim Eintreten in die Ausstellungsräume des Fotohofs begibt man sich auf eine historische Reise "Durch Österreich". Die Schwarzweißfotografien von Inge Morath zeigen auf vielfältige Weise die verschiedenen Facetten eines Landes im Zeitraum von fünf Jahrzehnten (1958 – 2001).

1981 sagte Frau Morath in einem Interview: "Die Sprachen der verschiedenen Völker zu erlernen war für mich immer ein wichtiger Schritt, um deren inneren Charakter zu entdecken. Es ist auch eine unentbehrliche Vorbereitung, die Werke jener Menschen, die ich fotografieren möchte, zuerst kennenzulernen. Diese mir selbst auferlegte Arbeit war immer eine Bereicherung für mich. " Auf der Ausstellung wird sichtbar, dass sie ihre eigenen Ansprüche gut in ihren Arbeiten umsetzen konnte.

So findet man unter den Exponaten Portraitbilder von berühmten nationalen Persönlichkeiten, ebenso wie Detailaufnahmen von Türen oder Fenstern. Neben Momentaufnahmen von Menschen in alltäglichen Situationen, gelingt es der Künstlerin sehr gut, die Besonderheiten von verschiedenen Orten aufzufangen. So lichtet sie am Stift Nonnberg nicht etwa den Stift selbst ab, sondern nur einen Ausschnitt der Außenmauern mit einer Nonne im Vordergrund. Bei ihrem Aufenthalt in Maria Taferl fotografiert sie zwei Kinder, die staunend die Souvenirschilder auf einem Stand betrachten.

Portrait der Künstlerin

Inge Morath kommt am 27. Mai 1923 in Graz zur Welt. Sie verbringt ihre Kindheit jedoch vorwiegend in Deutschland und Frankreich. Nach Abschluss der Schule beginnt sie ein Sprachstudium in Berlin. In den 40er Jahren arbeitet sie in Wien und Salzburg als Redakteurin und startet dadurch ihre Karriere als Text-Journalistin.

Erst durch die Mitarbeit an der Gründung der Agentur Magnum in Paris entdeckt sie ihre Liebe zur Fotografie. Daraufhin geht sie nach London und erlernt das Fotografen-Handwerk bei Simon Guttmann. Durch ihren Beruf als Fotografin kommt sie in die USA, wo sie bei der Arbeit ihren zukünftigen Mann, den Dramatiker Arthur Miller (damals noch verheiratet mit Marilyn Monroe) kennen lernt. 1962 treten die beiden vor den Traualtar.

Doch die beiden gehen nicht nur eine private Verbindung ein, sondern auch eine berufliche. Ihre Reisen durch Russland, China usw. werden von dem Schriftsteller und der Fotographin in Büchern festgehalten.

Sie wurden für ihre Fotos schon mehrmals geehrt und ausgezeichnet. Ihr wurde von der Universität Connecticut der Ehrendoktor verliehen und von der Stadt Wien die Ehrenmedaille in Gold. Zudem bekam sie auch den Österreichischen Staatspreis für Fotografie.

Die Künstlerin starb am 30. Jänner 2002 in New York.
Der Lokalteil Salzburg wird im Rahmen eines Seminars von 30 Salzburger Studenten und Studentinnen des Fachbereichs Kommunikations- wissenschaften produziert.

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Fotohof Salzburg
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