Vorarlberger HypoEquity auf dem Weg an die Wiener Börse

2. Mai 2005, 12:24
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Eigenkapitalfinanzierer hält Going-public in Wien innerhalb von zwei Jahren für realistisch

Wien - Mit dem Vorarlberger Private Equity-Investor, der von der Hypo Landesbank Vorarlberg gegründeten Hypo Equity Management AG, bereitet sich derzeit ein neues heimisches Unternehmen auf den erstmaligen Gang an die Börse vor. "Ja, mit diesem Thema haben wir uns intern schon beschäftigt", sagte Hypo-Equity-Vorstand Harald Pöttinger beim Pressegespräch am Freitag.

IPO in den kommenden zwei Jahren

Ein Börsegang sei innerhalb der nächsten zwei Jahre realistisch, so Pöttinger. Zuerst müsse aber in der Öffentlichkeit ein Bewusstsein über "Private Equity" da sein. Vieles werde vom Publikum in diesem Zusammenhang noch nicht verstanden. "Wenn, dann wäre schon die Wiener Börse erste Wahl", so der Pöttinger, der von Detlef Mackewicz von der deutschen Ratingagentur Avida als "Leitwolf" der Gesellschaft bezeichnet worden ist. Seiner Einschätzung nach zählt die HypoEquity zu den führenden Private Equity-Gesellschaften im deutschsprachigen Raum.

Zwei Beteiligungen

Aktuell stehen zwei weitere Beteiligungen vor ihrer Umsetzung. Bei einer handle es sich um ein Unternehmen aus der Medizintechnik und beim anderen um ein deutsches Medienunternehmen. Das Volumen werde "einige Millionen" ausmachen. Noch für 2005 ist gemeinsam mit Kooperationspartnern auch die Errichtung eines Private Equity-Fonds in der Schweiz geplant. Zielvolumen dieses Fonds sind 60 Mio. Franken (38,9 Mio. Euro). Noch nicht viel sagen wolle er über die Idee eines neuen "Spezialfonds", so Pöttinger.

Die HypoEquity wurde 1998 in Bregenz gegründet und versteht sich als Eigenkapitalinvestor für mittelständische Unternehmen mit bis zu 100 Mio. Euro Jahresumsatz. "Wir versuchen alle Finanzierungsphasen abzudecken, unser Hauptfokus liegt aber auf der Expansionsphase", so Pöttinger. Im Vorjahr sei der Fonds mit eine Performance von 22 Prozent weit über dem Durchschnitt der europäischen Private Equity-Branche gelegen, so Pöttinger. In den vergangenen sieben Jahren erzielte der Eigenkapitalfinanzierer durchschnittlich 10,6 Prozent jährlich. Regional ist die Gesellschaft hauptsächlich in Österreich, der Ostschweiz, in Liechtenstein und Süddeutschland aktiv.

Die Gesellschaft ist mit 38,6 Prozent auch an der Libro-Mehrheitsaktionärin, der Management Trust Holding (MTH) von Josef Taus, beteiligt. Hier denkt man an eine Abschichtung bis auf maximal 25 Prozent und eine Aktie, da sich das Beteiligungsausmaß eher am oberen Ende der üblichen Größe befinde, hieß es heute. Libro entwickle sich wieder sehr erfolgreich, so Pöttinger.

Das erste Finanzierungsvehikel war die Hypo-Beteiligungs AG (HYBAG), über die mittelständische Unternehmen direkt finanziert werden. Jeweils 24 Prozent werden an den beiden Private-Equity-Fonds Anthena I und Anthena II gehalten. Eine weitere Beteiligung, die incubator Mangagement GmbH, greift Startups in Vorarlberg und dem benachbarten Haushalt unter die Arme.

2004 deutlicher Zuwachs

Die HypoEquity schloss das Jahr 2004 mit einem von 734.000 auf 2,3 Mio. Euro gestiegenen Finanzerfolg ab, so Vorstand Pavel Reimann. Der Jahresüberschuss erhöhte sich auf 1,56 Mio. Euro von zuvor 79.000 Euro. Per Jahresende 2004 erhöhte sich der Nettowert der Beteiligungen um über 19 Prozent auf 41 Mio. Euro. Der Wert der Aktie hat sich um nach der letzten signifikanten Kapitalrunde um 22,28 Prozent auf 30,50 Euro erhöht.

Nach der letzten Kapitalerhöhung im Jänner um 10,8 Mio. Euro ist der Anteil der Hypo Landesbank Vorarlberg von rund 52 auf rund 41 Prozent zurück gegangen. Neu dazu gekommen sind die Landesversicherungen Vorarlberg, Tirol und Oberösterreich sowie die Merkur Versicherung, die jetzt gemeinsam rund 10 Prozent halten. Die Hypo Tirol hält 20 Prozent, 17,5 Prozent halten Stiftungen, 8,8 Prozent die Volksbank Vorarlberg und 2,6 Prozent das Management. (APA)

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