RI-Aktie ist 22-fach überzeichnet

1. Mai 2005, 16:53
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Börsegang der Raiffeisen International (RI) bricht alle Rekorde - Gesamte Emission hätte bei österreichischen Privatanlegern platziert werden können

Wien - Der Börsegang der Raiffeisen International (RI) Bank-Holding AG bricht alle Rekorde: Den angebotenen 29,8 Millionen Aktien steht laut einer Aussendung der Bank eine Gesamtnachfrage von knapp 680 Millionen Stück gegenüber, womit die Emission rund 22-fach überzeichnet ist. Alleine die österreichischen Privatanleger haben demnach mit rund 84.000 Zeichnungsaufträgen mehr als 34 Millionen Aktien der Raiffeisen International geordert. Vorbehaltlich der Ausübung der Mehrzuteilungsoption (Greenshoe) ist der Börsegang mit einem Volumen von 1,11 Milliarden Euro damit der größte in der Geschichte Österreichs.

Rothensteiner sehr zufrieden

"Wir hätten die gesamte Emission bei Privatanlegern in Österreich platzieren können und freuen uns über dieses Vertrauen. Die enorme Nachfrage reflektiert auch die starke Verankerung von Raiffeisen in Österreich", sagt RZB-Generaldirektor und RI-Aufsichtsratschef Walter Rothensteiner. "Diese Emission zeigt einmal mehr die Platzierungskraft der Raiffeisen Bankengruppe und unterstreicht die Position unserer Tochter Raiffeisen Centrobank als erste Adresse für Emissionen am Wiener Aktienmarkt", so Rothensteiner weiter.

RI-Vorstandschef Herbert Stepic sieht in diesem Börsegang ein starkes Lebenszeichen des inländischen Kapitalmarktes. "Die Nachfrage von lokalen privaten und institutionellen Investoren beträgt mehr als vier Milliarden Euro. Aber auch bei institutionellen Investoren im Ausland ist die Raiffeisen International auf großes Interesse gestoßen und unsere Wachstumsstrategie hat eine hervorragende Resonanz erfahren. Wir haben Großaufträge aus Europa, den USA und Asien erhalten, teilweise im dreistelligen Millionen Euro-Bereich", wird Stepic in der Aussendung zitiert.

Kürzungen bei der Zuteilung

Wie berichtet, wurde die Zeichnungsfrist für Privatanleger um eine Woche und für institutionelle Anleger um einen Tag verkürzt. Dennoch werde es aufgrund des großen Nachfrageüberhanges bei der Zuteilung der Aktien zu Kürzungen kommen.

Raiffeisen-Kunden kommen bei Aufträgen bis 7.500 Euro in den Genuss einer bevorzugten Zuteilung. Allen Aufträgen von Raiffeisen-Kunden werden 216 Stück (7.020 Euro) zugeteilt, kleinere Orders werden zur Gänze zugeteilt. Andere Aufträge können aufgrund der deutlichen Überzeichnung vielfach gar nicht oder nur sehr stark gekürzt erfüllt werden, gibt Raiffeisen International bekannt.

Preis bei 32,50 Euro

Der Angebotspreis wurde, wie bereits berichtet, für die 29,8 Millionen angebotenen Aktien mit 32,50 Euro fixiert. Daraus resultiert ein Emissionserlös von 968,5 Millionen Euro. 13,3 Millionen Stück stammen aus einer Kapitalerhöhung.

Der Erlös von 432,25 Millionen Euro (ohne Greenshoe) wird den Angaben zufolge für die Finanzierung des weiteren Wachstums der Raiffeisen International verwendet. Weitere 16,5 Millionen Stück werden seitens der Altaktionäre verkauft.

Hinzu kommt eventuell eine Mehrzuteilungsoption (Greenshoe) von 15 Prozent (4,47 Millionen Stück), die innerhalb von 30 Tagen nach Emission seitens des Emissionskonsortiums gezogen werden kann. Damit würde sich das gesamte Emissionsvolumen auf 34,27 Millionen Aktien bzw. 1,11 Milliarden Euro erhöhen.

RZB bleibt Mehrheitseigentümer

Die RZB bleibt mit 72 Prozent (bei Ausübung des Greenshoe reduziert sich dieser Wert auf 70 Prozent) Mehrheitseigentümer der Raiffeisen International. Die restlichen 28 Prozent (bzw. 30 Prozent) befinden sich dann im Streubesitz, wobei die beiden im letzten Jahr eingestiegenen Partner International Finance Corporation (IFC) und Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) mit je rund drei Prozent an der Raiffeisen International beteiligt bleiben. (red)

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