Finne ließ hymnisch brüllen

22. April 2005, 17:07
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Künstlerischer Pop und Avantgarde beim Donaufestival - für den Auftritt seines Chors schöpfte Komponist Petri Sirviös aus singenden österreichischen Alternativ-Männerbünden

Krems/Korneuburg - Die Schreihalssuche nahm nur wenig Zeit in Anspruch, erzählt Barbara Pluch: Ausschreibung auf der Homepage der Stadt Krems, Suchmeldungen in Radio FM4 - "und die 30 Einheimischen für den finnischen Chor der schreienden Männer Mieskuoro Huutajat waren beisammen", schildert die Mitarbeiterin des am Donnerstag gestarteten Donaufestivals.

Was die Mannschaft seither mit Chorleiter Petri Sirviös einstudiert hat, wurde Donnerstags in Krems vernommen: Gebrüll mit Elementen des Dreivierteltakts, durchaus feierlich gemeint: Die Hymne "An der Donau . . ." - laut Sirviös wie alle Hymnen akustisches Symbol maskuliner Zusammengehörigkeit und Ausgrenzung - wurde extra für das Donaufestival komponiert.

Der Auftritt des lauthalsen Männerbundes lieferte mit den Auftakt für das 16. Donaufestival, das an drei aufeinander folgenden verlängerten Wochenenden in Krems und Korneuburg stattfindet. Wobei das diesjährige Happening mit den 15 vorhergehenden nicht zu vergleichen ist.

Im Auftrag der Landesregierung, die angesichts von "25 Sommertheatern und viel traditionsbewusster Hochkultur im Land" (NÖ-Festival-Geschäftsführer Albrecht Großberger) nach einem neuen Festivalprofil suchte, hat der neue Intendant Thomas Ziernhofer-Kin ein anspruchsvolles Programm künstlerischer Popkultur zusammengestellt. Am ersten Wochenende spielen etwa die Liars und zeitkratzer. (bri/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 22. 4. 2005)

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    foto: huutajat
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