Comdirect mit kräftigem Gewinnrückgang im Auftaktquartal

2. Mai 2005, 11:35
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Bereits ein Drittel der Jahresprognose erfüllt - Kundenverlust durch neues Preismodell

Frankfurt - Deutschlands größter Online-Broker Comdirect hat im Auftaktquartal 2005 wegen rückläufiger Wertpapiertransaktionen und gestiegener Investitionen weniger als im Vorjahr verdient. Im Vergleich zum Schlussquartal des vergangenen Jahres legte die Commerzbank-Tochter aber zu und bekräftige ihre Ziele.

"Für das laufende Jahr halten wir an unserem Ergebnisziel von 35 Mio. Euro vor Steuern fest", erklärte Comdirect-Chef Andre Carls am Freitag in Quickborn bei Hamburg. Gegenüber dem Vorjahr, als die im Kleinwerteindex SDax gelistete Gesellschaft auf 51,1 Mio. Euro kam, ist dies ein kräftiger Rückgang.

Investitionen zum Ausbau der Ertragsfähigkeit

Als Grund hierfür nannte das Unternehmen bereits in der Vergangenheit Investitionen, mit denen Comdirect - bisher weitgehend vom Brokerage abhängig - seine Ertragsbasis ausbauen will. "Mit unseren Investitionen in Service und Produkte legen wir den Grundstein für zukünftiges Wachstum", bekräftigte Carls.

Vor Steuern hat Comdirect im Auftaktquartal bereits mehr als ein Drittel seiner Jahresprognose erfüllt: Von Jänner bis März verbuchte das Unternehmen einen Gewinn von 13,0 Mio. Euro nach 20,9 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Im Vergleich zum eher schwachen Schlussquartal 2004 ergab sich jedoch ein Zuwachs von 50 Prozent. Unter dem Strich fiel ein Gewinn von 8,3 (Vorjahr 13,5) Mio. Euro an. Den Provisionsüberschuss bezifferte Comdirect auf 22,2 (27,8) Mio. Euro. Der Zinsüberschuss nach Risikovorsorge blieb mit 15,0 (15,1) Mio. Euro praktisch stabil.

Im Zuge des Wachstumsprogramms "comvalue" will Comdirect 2005 bis 2007 mehr als 50 Mio. Euro in neue Produkte, Marketing und Personal investieren und so bis 2009 den Vorsteuergewinn auf rund 100 Mio. Euro steigern. Den Weg der Ertragsdiversifizierung gehen momentan auch Konkurrenten wie etwa die Münchener DAB Bank.

Kundenverlust durch neues Preismodell

Im ersten Quartal 2005 hatte Comdirect nach früheren Angaben 1,56 Mio. Wertpapiertransaktionen (Trades) für seine Kunden ausgeführt, rund 19 Prozent weniger als in den ersten drei Monaten des Vorjahres. In den ersten drei Monaten verlor der Online-Broker nicht zuletzt wegen eines neuen Preismodells Kunden: Ihre Zahl sank auf 606.862 nach 620.952 Ende Dezember. Zulegen konnte Comdirect hingegen bei der Zahl der Wertpapiersparpläne, die im Quartal um 9.400 auf 77.802 kletterte. (APA/Reuters)

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