RAU: Grundversorgung

11. Mai 2005, 22:08
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Na, bitte, es geht ja: Der erste Teil der Republik-Dokumentation von Hugo Portisch hatte gute Quoten

Na, bitte, es geht ja: Der erste Teil der Republik-Dokumentation von Hugo Portisch hatte gute Quoten: 1,2 Millionen Zuseher, 43 Prozent Marktanteil. Die im Vergleich mit früher dramatischer gestaltete Geschichts-Aufarbeitung stieß auf beachtliches Interesse (beachtlich angesichts der Tatsache, dass noch vor wenigen Wochen nur 21 Prozent der Bevölkerung wussten, dass wir 60 Jahre Kriegsende und Wiedererstehung Österreichs feiern).

Für den ORF ein nicht unwichtiges Indiz, dass man nicht nur "Unterschicht- fernsehen" (Copyright Harald Schmidt) wie bei den deutschen Privatsendern (nach)machen muss, um Quote zu haben. Trash-Formate wird es zwar immer geben und sie werden auch Erfolg haben, aber das Problem ist der Rückgang der alten Qualitätsformate von der soliden, spannenden Dokumentation bis zur intelligenten Unterhaltung.

Die Zeiten, in denen Meisterwerke wie die "Geschichten aus dem Wienerwald" oder der "Radetzkymarsch" TV-Geschichte schrieben, werden aus den verschiedensten Gründen nicht so leicht wiederkommen. Und Fernsehen ist eben ein Massenmedium. Aber die qualitätsbewussteren unter den Zusehern haben ein Recht auf eine "Grundversorgung". (DER STANDARD, Printausgabe, 22.4.2005)

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