Arbeitskonflikt bei "Schwedenbomben"-Hersteller Niemetz

2. Mai 2005, 11:33
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Belegschaftsvertreter sehen sich bei der Betriebsratswahl behindert - Streit dauert schon Jahre an

Wien - Beim österreichischen Traditionsbetrieb Niemetz - Hersteller der "Schwedenbomben" - tobt ein Streit zwischen Betriebsrat und Unternehmensführung. Aktueller Anlass ist ein Konflikt um die Abhaltung der Betriebsratswahl, die laut Belegschaftsvertretern von Geschäftsführer Steve A. Batchelor torpediert wird. Dies habe nach jahrelangen arbeitsrechtlichen Meinungsverschiedenheiten nun das Fass zum Überlaufen gebracht, wodurch am Donnerstag um 15.00 Uhr eine Betriebsversammlung im Freien abgehalten wurde.

Einschüchterungen und Drohungen

Hintergrund für die Protestveranstaltung sei die Weigerung der Geschäftsführung, die Betriebsratswahl am Donnerstag Vormittag innerhalb des Firmengebäudes abhalten zu lassen sowie "Einschüchterungen" und "Drohungen" für Mitarbeiter, die an der Wahl teilnehmen wollen, erklärte die Gewerkschaft Agrar-Nahrung-Genuss in einer Aussendung. Dies sei schon bei der erstmaligen Betriebsratswahl im Jahr 1990 so gewesen. Schuld daran soll der US-Amerikaner und Hälfteeigentümer Batchelor sein, der "die österreichischen Sitten, was betriebliche Sozialpartnerschaft anbelangt, nicht kennt", so Arbeiterbetriebsrat Robert Ettmayer.

Im Mai 2003 war es zu einem Eigentümerwechsel bei Niemetz gekommen. Nach dem Tod der Unternehmensgründer Johann und Walter Niemetz ging das Unternehmen in den Besitz der Niemetz-Tochter Ursula und deren Lebensgefährten Steve Batchelor über. Das Familienunternehmen wurde 1890 gegründet und hat den Hauptsitz im 3. Wiener Gemeindebezirk. Das Unternehmen hat laut eigener Homepage rund 100 Mitarbeiter und beliefert den europäischen und amerikanischen Raum. (APA)

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Niemetz

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    foto: www.sweet-niemetz.com

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