40 Jahre später ist "Moore's Law" quasi noch immer Gesetz

28. April 2005, 10:14
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Die These des Halbleiter-Pioniers Gordon Moore über die Verdopplung der Leistungsfähigkeit von CPUs in regelmäßigen Abständen stimmt bis heute.

Vor vier Jahrzehnten hat der amerikanische Halbleiter-Pionier und spätere Intel-Mitbegründer Gordon Moore die These aufgestellt, dass sich die Leistungsfähigkeit von Mikroprozessoren in regelmäßigen Abständen verdoppeln werde. Und das stimmt bis heute. San Francisco/Wien - Im April 1965 formulierte der spätere Mitbegründer des amerikanischen Chipriesen Intel, Gordon Moore im Electronic Magazine seine als "Moore's Law" bekannt gewordene Theorie, nach der sich die Zahl der Transistoren auf einem Halbleiter exponentiell alle 12 Monate verdoppeln lässt. Moores Artikel erschien in der Rubrik "Experten schauen in die Zukunft" und wirbelte zunächst kaum Staub auf.

Science Fiction

Seine These wurde als Science Fiction abgehakt, zumal der Artikel noch weitere kühne Visionen enthielt, die in jener Zeit kaum einer wirklich glauben mochte. Moore sagte beispielsweise voraus, die fortschreitende Miniaturisierung der Elektronik werde in absehbarer Zeit den Bau solcher Wunderwerke wie automatische Steuerungen für Autos, tragbare persönliche Kommunikationseinrichtungen oder gar Heimcomputer für den persönlichen Gebrauch ermöglichen.

Nach unten korrigiert

Im Jahre 1975 korrigierte Moore seine zehn Jahre alte These nach unten. Die Zahl der Schaltkreise pro Chip werde sich künftig nur noch alle zwei Jahre bzw. 18 Monate verdoppeln. Am rasanten Entwicklungstakt, mit dem die Chipbranche immer kleinere Schaltelemente entwickelte und immer mehr von ihnen auf ihren daumengroßen Siliziumchips zusammenpferchte, änderte diese Korrektur allerdings nichts.

40 Jahre

Dass das Mooresche Gesetz nun schon 40 Jahre gilt, ist in erster Linie darauf zurückzuführen, dass es den Chipforschern gelungen ist, die Strukturen auf einem Chip - also die Dicke der Leiterbahnen und die Größe der Transistoren - immer weiter zu verkleinern. 1965 haben Moore und seine Kollegen gerade mal 50 Transistoren zu einer integrierten Schaltung verknüpft. Heute finden bereits über eine Milliarde dieser Halbleiterbausteine, die zum Schalten von elektrischem Strom genutzt werden, auf einem handelsüblichen Prozessor Platz.

"Gilt noch 20 Jahre"

War der ehemalige Intel-Chef vor einigen Jahren überzeugt, sein Gesetz würde maximal noch ein Jahrzehnt überdauern, klingt das mittlerweile anders: "Wir haben zehn bis 20 Jahre Zeit, erst dann stoßen wir an seine Grenzen." Dass sich die Abmessungen der Transistoren dabei langsam der Größe von Atomen nähern, ist für den Chemiker weniger dramatisch. Die Herausforderung in der Entwicklung immer kleinerer Silizium-Chips liege vielmehr darin, deren immens steigenden Stromverbrauch in den Griff zu bekommen.(red/DER STANDARD, Printausgabe vom 21.4.2005)

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Intel

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    Nach dem Mooreschen Gesetz, benannt nach dem Intel-Mit-Gründer Gordon Moore, verdoppelt sich alle 24 Monate die Anzahl der Transistoren auf einem Chip. Gleichzeitig halbiert sich die Grundfläche. Diese Entwicklung soll mit der 20-stufigen Pagode und 4000 LED, die in unterschiedlichen Farben leuchten, dargestellt werden.

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