China erpresst neuen Papst mit Taiwan

13. Mai 2005, 11:36
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Peking nimmt nur dann Beziehungen zum Vatikan auf, wenn dieser im Gegenzug mit Taiwan bricht

Peking - China ist nach Worten von Ministerpräsident Wen Jiabao bereit, Beziehungen zum Vatikan aufzunehmen - aber nur unter der Bedingung, dass Papst Benedikt XVI. die Beziehung zu Taiwan abbricht. Wen betonte am Donnerstag in Peking außerdem, dass sich der Vatikan nicht in innere Angelegenheiten Chinas einmischen dürfe. Er bezog sich damit indirekt auf einen möglichen Einfluss des Vatikans auf die katholischen Kirchengemeinden in China.

Nichteinmischung gefordert

"China hält an seiner Bereitschaft fest, Beziehungen zum Vatikan aufzubauen, die auf zwei Prinzipien beruhen", erklärte Wen bei einer Pressekonferenz mit dem französischen Premierminister Jean-Pierre Raffarin. "Der Vatikan muss anerkennen, dass es nur ein China gibt, und der Vatikan darf sich nicht in innere Angelegenheiten Chinas einmischen."

Zwischen China und dem Vatikan bestehen seit 1951 keine Beziehungen mehr. Katholische Kirchen in der Volksrepublik sehen den Papst zwar als ihr geistliches Oberhaupt an. Der Vatikan hat aber keinerlei Einfluss zum Beispiel auf die Ernennung von Bischöfen. (APA/AP)

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