Deutsche Bischofskonferenz: Falsches Bild von Ratzinger

13. Mai 2005, 11:36
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"Wer Ratzinger persönlich kennt, der weiß, dass er ein sehr freundlicher, sehr zugewandter, persönlich bescheidener Mensch ist"

Berlin - In Deutschland besteht der Deutschen Bischofskonferenz zufolge ein falsches Bild des neuen Papstes. "Ratzinger wurde in Deutschland bisher falsch gesehen, sonst hätten ihn die Kardinäle der Weltkirche am Dienstag nicht gewählt", sagte der Leiter des Kommissariats der deutschen Bischöfe in Berlin, Prälat Karl Jüsten, dem "Münchner Merkur" (Donnerstag). "Wer Ratzinger persönlich kennt, der weiß, dass er ein sehr freundlicher, sehr zugewandter, persönlich bescheidener Mensch ist."

"Wenige machen sich Mühe, sich mit seinem Werk zu beschäftigen"

Ein Blick in Ratzingers Bücher genüge, um festzustellen, welche Brillanz und welche Weite er als Intellektueller entwickelt habe. "Leider machten sich bisher nur wenige die Mühe, sich mit seinem Werk zu beschäftigen", sagte der katholische Theologe. Er bezeichnete die Wahl als wichtiges Signal für Deutschland. "Es gibt weltweit keine vergleichbare Spitzenposition, die mit einem Deutschen besetzt wäre, weder in der Politik, noch in der Wirtschaft. Die Wahl von Joseph Ratzinger zum Papst kann für Deutschland ein Schub nach vorne sein, kann uns helfen, neues Selbstbewusstsein zu finden und die inneren Kräfte zu aktivieren."

Widerspricht Spekulationen Benedikt XVI. sei als Übergangspapst gewählt worden

Der Vertreter der Deutschen Bischofskonferenz äußerte die Vermutung, Benedikt XVI. werde "die Politik von Johannes Paul II. nahtlos fortführen". Zugleich trat er Spekulationen entgegen, der 78-Jährige sei bewusst als Übergangspapst gewählt worden. "Natürlich wird Benedikt XVI. nicht eine so lange Dienstzeit haben wie sein Vorgänger, der 27 Jahre im Amt war. Aber auch Päpste mit einem kurzen Pontifikat haben der Kirche viele Impulse gegeben und sie gut geführt." (APA/dpa)

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